Mit 65 Jahren darf man nostalgisch werden. Eric Clapton ist das jetzt schon seit einigen Jahren. Erst vereinte er sich mit seiner Erfolgsband Cream, dann spielte er mit Yardbirds- Kollege Jeff Beck – und vor einiger Zeit hat er sich eines besonderen Freundes besonnen: Steve Winwood, mit dem er einst Blind Faith gründete.
40 Jahre lang hatten die beiden nicht mehr miteinander gespielt – und plötzlich war es so, als ob keine Zeit vergangen wäre. Auf ihrer Europa- Tournee - die "Krone" hat beim Konzert in Düsseldorf vorgekostet - geht das Duo Clapton- Winwood nun eine so perfekte Symbiose ein, dass die Herzen wahrer Musikfans allerorts schneller schlagen. Ihre Stimmen harmonieren, die Begleitband bietet unter anderem Schlagzeuglegende Steve Gadd auf, und Clapton kommuniziert mit seinem alten Freund über die Gitarre wie mit fast niemandem zuvor. Es ist ein Vergnügen, die virtuosen Finger der beiden auf den Vidi- Walls zu beobachten.
Einen Star gibt es an diesem Abend nicht – die Bühne gehört beiden. Immer wieder tritt Clapton bescheiden zurück, macht es sich mit der Gitarre in seinem Eck bequem, das er mit einem Teppich und einer mobilen Klimaanlage aufgepeppt hat. Gemeinsam sorgen sie für Sternstunden – sei es nun die akustische Version von "Layla", bei der Clapton seinem Freund das Gitarrensolo überlässt, ein dreckig- bluesiges "Low Down", ein berührendes "Georgia", der Aufmarsch der Blues- Brothers mit "Gimme Some Loving" oder eine energische Endlos- Version von Hendrix' "Voodoo Child".
"Clapton wird mit dem Alter immer besser", schwärmte ein Düsseldorfer Fan – und da können wir nur zustimmen.
von Franziska Trost, Kronen Zeitung