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23.04.2014 - 23:39

Amy Macdonald überzeugte im Wiener Gasometer

24.02.2013, 10:10
Amy Macdonald überzeugte im Wiener Gasometer (Bild: Andreas Graf)
Mit zweimonatiger Verspätung ist die wieder voll gesundete schottische Folk- Pop- Kraftstimme Amy Macdonald am verschneiten Samstagabend im Wiener Gasometer aufgetreten. Neben ihren zahlreichen Hits und einer stark aufspielenden Begleitband feuerte die 25- Jährige auch so manch lustige Anekdote ins Publikum.

"Es tut gut, wieder hier in Wien zu sein. Ich habe zuletzt fünf Konzerte in Zürich gespielt und es war Zeit für Abwechslung. Es ist schön, mal nicht in denselben vier Wänden zu spielen." Amy Macdonald weiß sehr gut, wie sie das österreichische Publikum auf Touren bringen kann. Im Gasometer holt sie an diesem verschneiten Samstagfebruarabend ihr für Dezember 2012 geplantes Konzert nach, das sie nach ihrem Zusammenbruch in einem Züricher Hotel absagen musste.

Mit Verspätung doch in Wien

Während die 25- jährige Schottin für gewöhnlich nicht mit Schmäh spart, verschweigt sie diesen Vorfall nur allzu gerne. Den Fans im ausverkauften Gasometer ist das ohnehin egal. Die sind froh, dass "Sweet Amy" doch wieder den Weg auf die Bühne jenes Landes gefunden hat, in dem sich ihre Alben wie warme Semmeln verkaufen.

Mit nur drei Studioalben hat sich die sympathische Powerstimme hierzulande eine opulente Fanbase erspielt – das "Ausverkauft"- Schild mussten die Veranstalter schon vor Wochen anbringen. Bevor die elfenhaft wirkende Amy die Bühne betritt, stellt sich, ganz wagemutig, ein Belgier namens Ruben Focketyn unter dem Pseudonym "Nevada Fellow" vor und begeistert die Anwesenden mit elegisch- sanften Folk- Songs im Singer/Songwriter- Gewand. Amy Macdonald bedient nur wenige Minuten darauf das Klischee von "dem netten Mädl von nebenan" wie keine Zweite. Verschmitztes Lächeln, die viel zu groß wirkende Akustikgitarre und der unvergleichliche schottische Akzent, der dem härtesten Raubein im Oval ein Schmunzeln entlockt, sind die friedlichen Waffen, mit denen Macdonald seit mittlerweile sechs Jahren Erfolge einfährt.

Situationskomik während der Show

Was die Schottin im Vergleich zu anderen Topmusikerinnen hervorhebt, sind vor allem zwei Bereiche. Einerseits schreibt Amy Macdonald ihre Songs tatsächlich selbst – die auch in Wien vorgetragenen Hits wie "Mr. Rock & Roll", "Slow It Down" oder "Run" sind nicht aus der Feder von diversen Hitproduzenten. Andererseits scheut die 25- Jährige nicht den Kontakt zum Publikum, was auch im Gasometer zu manch amüsanter Konversation führt. Dem Publikumszuruf "Ich liebe dich" etwa kontert Macdonald mit: "Und ich liebe es, dass du heute hier bist." Als kurz darauf vereinzeltes Grölen der männlichen Fanfraktion zu hören ist, bringt Macdonald die Leute mit "Ihr seid bei der falschen Show, das hier ist nicht Metallica" zum Lachen.

Die Songs selbst oszillieren geschickt zwischen Folk- Rock und Pop- Appeal, vor allem Macdonalds kraftvolles Stimmtimbre und die beneidenswert eingängig verfassten Refrains vertreiben für gut 100 Minuten die winterliche Stimmung und bringen das Konzertoval zum Kochen. So gut und flott die Lieder auch dargeboten werden, so fad wird auf Dauer die ereignislose Show der Schottin samt ihrer talentierten, fünfköpfigen Begleitband. Der Hintergrund soll mit leuchtenden Spotlichtern eine Art Sternenhimmel wiedergeben, davor die zierliche Sängerin, die sich am liebsten hinter ihrer Gitarre verstecken würde.

Starke Songs, fades Setting

Amy Macdonald setzt sehr stark auf die Power ihrer Songs und vergisst dabei leider auf die optische Untermalung ihres Nummer- eins- Status in Österreich. Songs wie die Fußballhymne "The Green And The Blue", der Singlehit "This Is The Life" oder das fröhliche Stimmung verbreitende Jackie- Wilson- Cover "Higher And Higher" sorgen für klatschende Hände und tanzende Körper, doch vielleicht ist es ja gerade die unbändige Kraft ihrer meist aus dem Alltag entlehnten Songs, die ein aufregenderes Drumherum obsolet machen.

Jedenfalls sieht und hört man Amy Macdonald gerne beim Musizieren zu, auch wenn sie sich einen verbalen Stich in die österreichische Volkssportseele nicht verkneifen kann: "Das letzte Mal, als Schottland an einer Fußball- WM teilnahm, war 1998. Wir haben damals Österreich geschlagen." Ein kurzes Lächeln daraufgesetzt und die ersten Akkorde von "Pride" gespielt. Dieser zierlichen Musikerin könnte nicht einmal Hans Krankl böse sein.

Robert Fröwein, Kronen Zeitung
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