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"... you got the best!" So klingt das neue KISS-Album

01.10.2009, 18:47
"... you got the best!" So klingt das neue KISS-Album
Elf Jahre haben KISS- Fans warten müssen, ehe sie mit "Sonic Boom" ein neues Studioalbum der maskierten Hardrock- Heroen in Händen halten können. Am 2. Oktober erscheint das neue Oeuvre. Wer ein Konzert der aktuellen 35- Jahre- Jubiläums- Tour besucht hat, konnte bereits erahnen, wohin die Reise auf der neuen Platte geht. Zurück in die Siebziger, wo die Band unbestritten ihre größten Meilensteine abgeliefert hat. Getreu dem KISS- Motto: "You wanted the best, you got the best!"

"Sonic Boom" ist kein stilistisches Experiment, wie es KISS in der Vergangenheit so oft gewagt haben. Und das ist diesmal vielleicht auch gut so. Die elf Songs auf dem 19. Studioalbum der US- Hardrocker teilen sich 50:50 in charakteristische Paul- und Gene- Songs: die einen mit Mut zu Sentimentalität und Pathos, die anderen tendieren mehr in Richtung Boogie- Hardrock und Stadionhymne. Die fürs Album durchaus repräsentative Single "Modern Day Delilah" hat es in den US- Rock- Charts immerhin auf Platz 16 geschafft.

KISS- Feinspitze wird die klangliche Unverfälschtheit von "Sonic Boom" (dt. Überschallknall) freuen. Die Band nahm auf analogen Tonbandmaschinen auf und spielte den Großteil der Songs live und in (Zitat: Gene Simmons) "maximal zwei bis drei Takes" ein. "An den Marshall angesteckt und los!", beschrieb der dämonische KISS- Bassist die Herangehensweise im Studio. Bis auf Schlagzeug, Schellenkranz und Cowbell wurde jedes andere Instrument, das gemäß seiner Natur ohne Röhrenverstärker bedient werden müsste, aus den Aufnahmeräumen verbannt.

Authentisch: "The Cat" und "Spaceman"

Dass Paul Stanley und Gene Simmons weder musikalisch noch songschreiberisch an Qualität eingebüßt haben, war zu erwarten. Doch auch Schlagzeuger Eric Singer (mit Unterbrechungen seit 1991 dabei) und Gitarrist Tommy Thayer (seit 2002) haben sich mächtig Mühe gegeben, das Feeling der beliebten KISS- Alben aus den Siebzigern authentisch rüberzubringen. Sie hatten während der "Alive35"- Tour zwar mit Sicherheit genug Praxis bekommen, das aber im Studio noch einmal perfektioniert.

Eric Singer hinkt zweitweise wie "The Cat" Peter Criss in seinen besten Zeiten lässig dem Beat hinterher und greift auch Fills des bisher längstgedienten KISS- Drummers auf. Tommy Thayer kam als "Gitarrenlehrer" von Ace Frehley zu KISS und hatte wohl kaum Probleme, auf die Licks des "Spaceman" aufzubauen. Daher überrascht es auch wenig, dass die beiden KISS- Bosse die Lead Vocals bei je einem Song an Singer und Thayer abtraten.

Ob man Paul Stanley nun Recht geben möchte oder nicht, wenn er sagt "KISS war niemals besser" - ernsthaft enttäuscht wird über "Sonic Boom" kein Mitglied der "KISS Army" sein können.

8,5 von 10 Überschallexplosionen


von Christoph Andert

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