Nach dem Erfolg beim Publikum mit rund 4,3 Millionen Besuchern war die Fortsetzung von "Kokowääh" wohl nur eine Frage der Zeit. Zwei Jahre sind seither vergangen, in denen Schweiger für andere Regisseure vor der Kamera stand, mit "Schutzengel" von seinem Beziehungskomödien-Muster abwich und auf Action setzte und danach seinen ersten Fall als "Tatort"-Ermittler Nick Tschiller in Hamburg drehte. Jetzt will er, der bei "Kokowääh 2" wieder Regisseur, Hauptdarsteller, Co-Autor und Produzent in Personalunion war, das Publikum mit seiner Leinwand-Rezeptur aus Gags und Gefühl erobern.
Die Fortsetzung knüpft da an, wo der erste Film endet: Nach dem Happy End holt der Alltag die Patchwork-Familie ein. Henry (Schweiger) und Katharina (Jasmin Gerat) haben inzwischen ein Baby bekommen, Henrys leibliche Tochter Magdalena (Emma) lebt bei ihnen und bald zieht auch noch Magdalenas Kuckucks-Vater Tristan (Samuel Finzi) ein - nachdem Katharina ausgezogen ist, um die Beziehung zu retten. Denn Katharina und Henry haben nicht nur ein "Sockenproblem" - die Autorin will mehr sein als "Muttertier und Hausfrau", Henry bastelt derweil an seiner Karriere als Filmproduzent.
Während Tristan Geld und Arztpraxis verliert, verliebt sich Magdalena - inzwischen wie Emma Schweiger selbst auch zehn Jahre alt - zum ersten Mal. Noch dazu macht ein divenhafter Schauspieler - Matthias Schweighöfer ("Schlussmacher") spielt sich selbst als exzentrischen Filmstar - Henry das Leben schwer. In Gastauftritten dabei sind Ex-Handball-Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Box-Profi Arthur Abraham, Bastian-Schweinsteiger-Freundin Sarah Brandner und - ganz kurz - auch Schweigers Tochter Luna und Freundin Svenja.
Das Chaos und damit eine turbulente Komödie sind vorprogrammiert: Probleme im Patchwork-Alltag, in der Beziehung, im Hin und Her zwischen Job und Familie, eine handfeste Midlife-Krise Tristans und das erste Verliebtsein der kleinen Magdalena (Emma fand ihren ersten Filmkuss "komisch, komisch und komisch"). Dazu Schweiger und Finzi als zwei Männer allein mit Baby - da fliegt der kleine Louis natürlich vom Wickeltisch, landen eigentliche Windelinhalte ganz woanders und dienen tiefgefrorene Fischstäbchen dazu, um Beulen zu kühlen. Und Werbung für die Babycremes von Dana Schweigers Marke wird auch gemacht.
Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Til Schweigers neue, mit autobiografischen Elementen gespickte Romantikkomödie erzählt vom Filmemachen, von dynamischer Sippenzusammenführung und dem Abstrampeln nach dem Happy End. Und ja, Herz und Humor sitzen meist am rechten Fleck - wäre da nicht die Überlänge von über zwei Stunden, die sich trotz vieler Sympathiepunkte ziehen. Denn da ist der Comedy-Garpunkt längst überschritten.
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