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Regisseur verrät: "Es wird ein 60er-Jahre-Thriller"

05.06.2008, 15:37
Foto: Sony Pictures, APA/Dietmar Stiplovsek / Video: APA
Das Areal um das Bregenzer Festspielhaus war großräumig abgesperrt, der Mond stand sichelförmig über der Seebühne. Und vom weiträumigen Auditorium aus durfte man beobachten, wie Daniel Craig mit der Pistole am Kopf seines Vordermannes über das Kieseldach spazierte. "Rolling - Action - Cut" - elf Takes benötigte die Crew von "Quantum of Solace", dem jüngsten Abenteuer des Geheimagenten James Bond, für die kurze Aufnahme. Es war eine der letzten Szenen, die in Vorarlberg gedreht wurden, bevor das gesamte Team ziemlich geschlaucht, aber durchaus angetan von der Zeit am Bodensee nach London übersiedelte (siehe Video).

"Die Dreharbeiten verliefen eigentlich reibungslos", erzählte der Schweizer Regisseur Marc Forster beim Lokalaugenschein in der mediterran anmutenden Vorarlberger Hauptstadt. "Wir hatten viel Glück mit dem Wetter." Nur die Nachtdrehs seien schwierig gewesen, viel mehr als jeweils fünf bis sechs Stunden in der Früh habe er nicht geschlafen.

Forster wirkte müde, aber sehr konzentriert und fokussiert. Er arbeitete zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum und schien durchaus auf den Geschmack gekommen zu sein: Weil man so nahe an der Heimat drehte, baute er kurzerhand auch seine eigene Mutter als Statistin in den Film ein.

Rein inhaltlich hielten sich die Beteiligten beim Set- Besuch bedeckt - "aber es waren alle Guten und alle Bösen hier, man kann also davon ausgehen, dass die Sequenz sehr wichtig ist", meinte der Schweizer Schauspieler Anatole Taubman augenzwinkernd. Als zweiter Bösewicht neben Mathieu Amalric sei er nur "Tapete, aber eine sehr farbenfrohe Tapete".

Hauptdarsteller Daniel Craig ist für ihn dagegen die "moderne Version eines Musketiers, der Aramis am Set". Es sei bewundernswert, wie viel Energie der Brite in die Dreharbeiten stecke - "das könnte ich echt nicht". Dennoch ist er froh, Teil der "Bond- Revolution" zu sein: "Alles wird realer, echter."

"Quantum of Solace" soll wie 60er- Jahre- Thriller werden

Tatsächlich scheint Forster eine genaue Vision zu haben, wie die Fortsetzung zu "Casino Royale" auszusehen hat: "Für mich waren die Bonds von Terence Young mit Sean Connery ihrer Zeit voraus." Der visuelle Stil habe nachgelassen, daran wolle er arbeiten: "Es wird eher wie ein 60er- Jahre- Thriller, wie die Filme von Pakula oder Hitchcock", so Forster, der Bond auf jeden Fall als Realitätsfigur wie bei seinem Vorgänger belassen will.

Dass Bregenz als Schauplatz gewählt wurde, habe vor allem mit dem Seebühnen- Bild der "Tosca" zu tun. Das Auge sei "eine Metapher für Bond", so Forster, außerdem habe die "Tosca" eine "Parallele zur Geschichte, die wir erzählen".

Das ist die Handlung im neuen Bond- Film

Auch im neuen Bond steht eine Frau (Olga Kurylenko) zwischen zwei Männern, in diesem Fall zwischen Bösewicht Dominic Greene (Amalric) und Bond - und auch im Film gibt es ein tödliches Ende. Am Bodensee selbst, im Film zu Beginn des zweiten Aktes, entdeckt Bond von der Seebühne aus Greene in einer VIP- Box und macht Jagd auf ihn, es kommt zu Schusswechseln.

Das Ganze endet in einem spektakulären Stunt, bei dem ein Helfer von Greene vom Festspielhaus- Dach auf ein Auto fällt, fasste eine Set- Mitarbeiterin die Handlung in Bregenz zusammen. Während Craig und die Stuntleute am Dach ihre Szenen probten und dabei durchaus einige Male lachen mussten, durften zahlreiche Statisten in Smoking und Abendkleidern wieder und wieder die Treppen rauf und runter gehen.

Craig: "Besser als Casino Royale"

"Dieser Bond wird noch besser als Casino Royale", gab sich Craig überzeugt. Man konzentriere sich diesmal noch stärker auf die Story und den Charakter des Geheimagenten. Das ist auch ein Anliegen von Forster: "Wir wollen den Figuren mehr Tiefe geben. Wem kann dieser Mensch denn trauen?" Aber auch die Action soll in dem 200 Millionen Dollar teuren Film nicht zu kurz kommen. Einen größeren Druck verspüren dabei weder Craig noch Forster: "Null Druck. Zwar ist der Rahmen vorgegeben, der Cast und das Product Placement. Aber die Produzenten haben uns bisher jede Freiheit gelassen."

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