"Quellen des Lebens": Hippies und Flower- Power

13.02.2013, 14:55
Foto: Filmladen
Mutlos kehrt Erich (Jürgen Vogel) 1949 aus der Kriegsgefangenschaft zurück, baut in der fränkischen Provinz eine Gartenzwergfabrik auf und wird damit Teil des deutschen Wirtschaftswunders. Sohnemann Klaus (Moritz Bleibtreu) träumt indes von einer Schriftstellerkarriere, die dann seiner Frau gelingt. Bleibt noch deren Bub Robert, der so gar nicht in das 68er- Berliner- Bohemien- Dasein seiner Eltern passt und zwischen Internatsstrenge und Ferien bei Opa hin und her geschubst wird.

Oskar Roehler ("Elementarteilchen") kredenzt uns, basierend auf seinem autobiografisch gefärbten Roman "Herkunft" (erschienen 2011), eine lässig gesponnene Familienchronik, die sich als hintersinniger bundesrepublikanischer Bilderbogen zwischen Aufbau, Vorgartenidyll, Käse- Igel und Flower- Power erweist.

Dass Roehlers familienarchäologische Grabungsarbeiten von deutscher Schauspielerprominenz geadelt werden, macht den Streifen, dessen Pendel zwischen zarter Melancholie und unverdrossenem Kitsch ausschlägt, zum höchst unterhaltsamen Kinovergnügen - trotz Überlänge.

Christina Krisch, Kronen Zeitung
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