Wütendes Ossi-Mädel

Nazibraut sucht einen Ausweg: “Kriegerin”

Kino
22.02.2012 16:58
Sie ist wütend, orientierungslos und gewaltbereit. Auf ihrem T-Shirt prangt "Nazibraut". In einer miefigen ostdeutschen Kleinstadt sucht Marisa (von eindringlicher Präsenz: Alina Levshin) nach einem Platz in ihrem blutjungen Leben. Und alle, wirklich fast alle, sind ihre Feinde: die Eltern, die Ausländer, die Politiker. Razzien und Aufruhr gehören zu ihrem Alltag. Mensch, Mädel.

Filmemacher David Wnendts Regiedebüt erzählt die Geschichte einer Rechtsextremistin aus streng weiblicher Perspektive, und er forscht nach den Wurzeln des "modernen Rechtsextremismus". Schnell wird er fündig, soll doch der Großvater der selbst ernannten Nazibraut die Schuld an deren faschistisch gepolten Ideologie tragen. 

Eine immer wieder sehr einfache Gleichung: die Altvorderen sind die Tätergeneration. Punkt. Dass dieser Streifen, der sich gekonnt mit einem fast semi-dokumentarischen Anstrich ummäntelt, in Zeiten einer Zwickauer Mörderbande nicht eigenverantwortlich Position bezieht, irritiert.

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