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Jolies Regiedebüt: "In the Land of Blood and Honey"

22.02.2012, 16:57
Foto: Elmo Movie World
Ein Blick in den Spiegel, ein Strich auf der Leinwand: Mit ruhigen, atmosphärischen Bildern des Malens beginnt Angelina Jolies viel diskutiertes Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey"  (Kinostart: 23. Februar), bevor die 36- jährige Oscar- Preisträgerin über ihre Protagonistin Ajla die Gräuel des Bosnienkrieges hereinbrechen lässt. Im Zentrum steht die Liebesgeschichte zwischen der bosniakischen Malerin und dem serbischen Soldaten Danijel, welche immer wieder von expliziten Bildern eingeholt und konterkariert wird.

Winter 1991: Ajla (Zana Marjanovic) lebt mit ihrer Schwester und deren Neugeborenem in einer kleinen Wohnung im bosnischen Nirgendwo. In einem Tanzlokal flirtet sie mit Danijel (Goran Kostic), eine harmonisch- leichte Atmosphäre beherrscht den Raum - bis eine Detonation das Gleichgewicht auf brutale Weise zerreißt und den anstehenden Konflikt vorwegnimmt.

Vier Monate später ist eine geplante Flucht für Ajla nicht mehr möglich, Soldaten der bosnisch- serbischen Armee erschießen alle Männer des Wohnhauses und verschleppen einen Großteil der Frauen in ein Lager, wo sadistische Praktiken und Vergewaltigungen an der Tagesordnung stehen.

Dort begegnet sie erneut Danijel, der als Generalssohn eine Führungsposition innehat und zunächst nach Kräften versucht, Ajla vor den Schikanen der anderen Soldaten zu beschützen. Dabei gerät der Film immer mehr zum Kammerspiel, stehen sich Ajla und Danijel in dessen Zimmer gegenüber und ergründen mit wenigen Worten und Blicken ihre Gefühle. Danijel hat Zweifel an seinem Tun, nicht nur aufgrund seiner Zuneigung für die muslimische Ajla. Im krassen Gegensatz dazu steht die Brutalität des Alltags "draußen", wenn die schützende Hand im Verborgenen bleiben muss. Als Danijel schließlich nach Sarajevo verlegt wird, wagt Ajla die Flucht.

Das sagt "Krone"- Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Angelina Jolie schrieb das Drehbuch und führte Regie. Sie setzt auf einen beobachtenden, gleichsam dokumentarischen Stil und erfasst den Kriegshorror vorwiegend aus weiblicher Perspektive, erspart uns keineswegs Bilder von Erschießungen, Deportationen und physischer Gewalt. Dass dahinter nie Sensationsgier, sondern das aufrichtige aufrüttelnde Bemühen um Authentizität steht, macht diesen Film, der mit dem Cinema for Peace Award ausgezeichnet wurde, zum ernsthaften Anliegen wider das Vergessen.

AG/Kronen Zeitung
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