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"Jerry Cotton" - der Kult-Agent feiert ein Comeback im Kino

10.03.2010, 14:31
Foto: Constantin Film
Jerry Cotton, Romanfigur der 50er- und Kinoheld der 60er- Jahre, kehrt auf die Leinwand zurück. Unter der Regie von Cyrill Boss und Philipp Stennert schlüpft Comedian Christian Tramitz in die Rolle des smarten Helden. Zur Seite steht ihm dabei Entertainer Christian Ulmen, der als dessen tollpatschiger Partner brilliert. Penelope Cruz' kleine Schwester Monica glänzt ebenso wie Moritz Bleibtreu und Heino Ferch in einer Nebenrolle.

Jerry Cotton, Held des FBI, kann sich aus jeder noch so brenzligen Situation befreien und hat dabei immer noch einen flotten Spruch auf den Lippen. Wenn Jerry seine Finger im Spiel hat, bleibt kein Fall ungelöst. Außer einem. Und ausgerechnet der mutmaßliche Drahtzieher dieses Verbrechens (Moritz Bleibtreu) wird zu Anfang des Films tot aufgefunden.

Beim Versuch, seine gekränkte Ehre wiederherzustellen, tappt Cotton in eine Falle und wird plötzlich selbst zum Hauptverdächtigen. Seine diabolische Ex- Partnerin (Christiane Paul) leitet nun die Aufsichtsbehörde und ist ihm auf den Fersen, während Cotton versucht, den Fall möglichst rasch aufzuklären, um seine Weste wieder reinzuwaschen. Der FBI- Agent würde sich gerne wie der von ihm verehrte Baron Münchhausen an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen, muss allerdings feststellen, dass dies gar nicht so leicht ist. Hilfe findet er ausgerechnet bei seinem ungeschickten neuen Partner, dem Verkleidungskünstler Phil Decker.

Ulmen stiehlt Tramitz die Show

Der in der Gegenart spielende Film lehnt sich zwar an Jerry Cottons einstige Abenteuer an, aber sowohl Plot als auch Figuren sind stark verändert: Phil Decker beispielsweise ist in den Originalgeschichten ein lässiger Typ - in der neuen Version ist er unerfahren, ungeschickt und ein Besserwisser obendrein. Doch eines kann er besser als alle anderen: In null Komma nichts verwandelt er sich mit viel Schminke und ausgefallenen Masken in andere Personen. Christian Ulmens Darstellung des FBI- Anfängers ist genial. Mit viel trockenem Humor und unglaublicher Liebenswürdigkeit stiehlt er Christian Tramitz die Show und wird zum eigentlichen Helden des Films.

Nicht immer ist ganz klar, welchem Genre der Film zuzuordnen ist. Teilweise ist es die angekündigte Actionkomödie und Hommage an die alten Cotton- Filme, teilweise dann doch zu sehr jene Parodie, die man vermeiden wollte. Auch der ständige Vergleich Jerry Cottons mit Baron Münchhausen kann einem bald auf die Nerven gehen. Aber diese Mängel werden durch Detail- Liebe bis in die kleinste Nebenrolle wettgemacht. So sind Moritz Bleibtreu mit hässlicher Perücke und schlechten Zähnen oder sexy Monica Cruz ein Blickfang. Zusätzlich fehlt auch die Selbstironie in "Jerry Cotton" nicht: Die Frage an einen deutschen Bösewicht (Heino Ferch), warum sich Deutsche immer schlecht benehmen müssen, egal wo sie auftauchen, dürfte in Österreich mit Sicherheit gut ankommen.

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