Firth liefert in dem Werk von Tom Hooper eine herausragende Leistung ab. Er spielt den schüchternen Vater der derzeitigen Queen Elizabeth, der eigentlich gar nicht auf den Thron sollte und wollte - dann aber doch König wurde, weil sein Bruder wegen der Liebe zu einer geschiedenen Amerikanerin abtrat.
Den Oscar hat sich Firth wirklich verdient, denn den stammelnden Royal verkörpert er auf äußerst sehenswerte Weise. In der Darstellung von George VI. zeigt Firth, welch ein talentierter Schauspieler er ist: Krampfhaft versucht er als stotternder König, einzelne Wörter herauszupressen, die im Hals stecken bleiben und nur gurgelnd rauskommen. Außerdem schafft es der Brite, nur mit seiner Mimik das Leiden und die innere Zerrissenheit eines Mannes sichtbar werden zu lassen, der lange im Schatten seines Vaters und seines Bruders stand, und der sich selbst unterschätzte.
Parallelen zu seinem eigenen Leben scheint es zu geben. Er habe Angst vor Reden in der Öffentlichkeit, gestand der 50- Jährige, der seine Kindheit unter anderem in Nigeria verbrachte, während der Berlinale. Außerdem unterschätzte sich der Sohn eines Geschichtsdozenten und einer Religionswissenschaftlerin offenbar selbst: "Ich war sehr nichtssagend - wie der durchschnittliche 25- Jährige eben. Ich sah immer zu diesen älteren Schauspielern auf und dachte: 'So wäre ich auch gerne.'" Das hat sich nun hoffentlich erledigt - mit dem Oscar hat sich Firth endlich in die erste Liga katapultiert.