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30.09.2014 - 17:52

"Akte X" auf dem Mond: krone.at- Kritik zu "Apollo 18"

12.10.2011, 16:43
Foto: Senator Film
In "Blair Witch Project" irren Studenten durch die dunklen Wälder Marylands, in "Paranormal Activity"  (der bereits dritte Teil startet bei uns im November) wird das eigene Wohnzimmer zur Hölle. Im neuesten "Found Footage"- Film lehrt uns der spanische Regisseur Gonzalo Lopez- Gallego im Weltall das Fürchten. krone.at verrät dir, ob "Apollo 18"  (Kinostart: 14. Oktober) mit seinen Vorgängern mithalten kann.

Der Begriff "Footage" beschreibt ungeschnittenes Filmmaterial und wurde von der für 35mm- Film verwendeten Maßeinheit Feet abgeleitet: ein Foot des Filmstreifens hatte 16 Einzelbilder und entsprach damit in Stummfilmzeiten einer Sekunde Film. Die Verwendung von Archivaufnahmen für andere Film gibt es schon fast so lange, wie es Spielfilme gibt, doch erst durch das Horrorgenre gelangte "Found Footage" zu wahrem Ruhm.

Bei den großen "Found Footage"- Kinoerfolgen der vergangenen Jahre ist der Begriff etwas irreführend, denn tatsächlich wurde das Material, das man auf der Leinwand zu sehen bekommt, nicht "gefunden". Dem Zuschauer wird vielmehr durch den dokumentarischen Look das Gefühl vermittelt, an echten Ereignissen teilzuhaben.

Ein solches Ereignis thematisiert Regisseur Lopez- Gallago bei seinem US- Debüt. Apollo 17 war die letzte NASA- Mission zum Mond, ehe das Weltraumprojekt aus Kostengründen abgebrochen wurde. Doch was, wenn es noch weitere Ausflüge auf den Erdtrabanten gegeben hat und dabei etwas entdeckt wurde, das bis heute verschwiegen werden soll?

Trio in streng geheimer Mission

Zum Inhalt von "Apollo 18": Im Jahr 2011 taucht Filmmaterial über eine streng geheime Mission auf, die im Dezember 1974 - zwei Jahre nach der offiziell letzten Apollo- Mission - die Astronauten Nathan Walker, Benjamin Anderson und John Grey zum Mond führte. Die Aufnahmen zeigen, dass das Trio nicht einmal den engsten Familienmitgliedern etwas verraten durfte.

Während Grey als Pilot des Apollo- Kommandomoduls im Mondorbit warten soll, fliegen seine beiden Kollegen mit der Fähre zur Oberfläche des Erdtrabanten. Zunächst läuft alles nach Plan, Walker und Anderson stellen die Sonden ein und sammeln Bodenproben. Lediglich Funkinterferenzen, die immer wieder das Videosignal und die Kommunikation mit der Erde und mit Grey stören, sorgen bei den Astronauten für Kopfzerbrechen.

Am Morgen des zweiten Tages der erste Schock: Eine der Gesteinsproben ist nicht mehr in der versiegelten Tüte, sondern liegt auf dem Boden der Raumfähre. Beim anschließenden Landgang stoßen die beiden auf Fußspuren und wenig später auf die Leiche eines russischen Astronauten, der blutüberströmt und mit aufgerissenem Raumanzug in einem Krater liegt. Walker und Anderson wollen so schnell wie möglich weg - der Countdown für den Start, um zum Kommandomodul zurückzukehren, läuft schon. Doch irgendetwas beschädigt die Schutzisolierung der Raumfähre und sorgt für einen Stromausfall.

Beim Versuch, die Außensonde zu reparieren und den Funkkontakt wiederherzustellen, wird Nathan Walker von etwas angegriffen. Als sich der verletzte Astronaut zunehmend aggressiver benimmt, dämmert es seinem Kollegen Benjamin Anderson so langsam: Sie wurden als Versuchskaninchen auf den Mond geschickt. Und weder das Verteidigungsministerium noch die seltsamen Mondkreaturen haben vor, die beiden lebend zur Erde zurückkehren zu lassen...

Wenn aus Innovation Langeweile wird

Alles schon mal da gewesen: So könnte man den Film "Apollo 18" in wenigen Worten beschreiben. Die inflationäre Verwendung des "Found Footage"- Stils in den vergangenen Jahren - neben "Paranormal Activity" unter anderem auch "Rec", "Cloverfield", "Der letzte Exorzismus", "Trollhunter" - macht aus Innovation schnell Langeweile. Verwackelte Kameraeinstellungen, sonderbare Geräusche, Schreie und unerklärliche Phänomene - wenig Neues eben.

Trotzdem ist es Regisseur Lopez- Gallago gelungen, aus recyceltem Material ein recht unterhaltsames Produkt zu basteln. Eine "Akte X" auf dem Mond ist ja schon mal was Neues und tröstet über die oben beschriebene "Alles schon mal da gewesen"- Schwäche hinweg. Und wer bereit ist, sich gemütlich in den Kinosessel fallen und erschrecken zu lassen, kommt sicher auf seine Rechnung.

Fazit: Wäre "Apollo 18" vor fünf Jahren ins Kino gekommen, hätte er vielleicht dieselben Begeisterungsstürme ernten können wie einige seiner "Found Footage"- Vorgänger. So dümpelt er leider im Fahrwasser von "Paranormal Activity" und Co. dahin und hinterlässt - trotz eines finanziell großen Erfolgs in den USA - wohl nur eine Fußnote im diesjährigen Kinojahr.

Ingemar Pardatscher
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