Der Chef des Tischlerei-Betriebes hatte sich darüber geärgert, dass sein Lehrling zunächst ein Werkstück fertig lackieren wollte und erst dann mit der ihm aufgetragenen Arbeit begann. Kurzerhand ließ der Chef seiner Wut freien Lauf.
"Watsch'n" mit Schleifpapier
Mit Schleifpapier in der Hand ohrfeigte er den jungen Mann und verursachte damit in seinem Gesicht nicht nur Schürfwunden, sondern auch eine Prellung. Der Lehrling verließ daraufhin den Betrieb und suchte einen Arzt auf.
Keine Anzeige - aus Angst um Job
"Das war kein Einzelfall. In den vergangenen drei Jahren kam es laut Angaben des Lehrlings auch zu einem Schlag auf den Hinterkopf oder wüsten Beschimpfungen", so Helmut Krainer von der Arbeiterkammer. Der Bursche habe nach dem Vorfall vor einer Anzeige zurückgeschreckt, da er Angst um seinen Job hatte.
Mit Unterstützung der Arbeiterkammer konnte der Bursche sein Lehrverhältnis vorzeitig auflösen. Sein ehemaliger Chef wurde unter anderen aufgefordert, einen Schadenersatz in der Höhe von drei Monatsentgelten, der allein über 2.000 Euro ausmacht, zu bezahlen. Auch das Arbeitsinspektorat wurde über den Fall informiert.
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