Wahlkampfauftakt

Grüne Bundessprecherin setzt auf Kernthemen

Kärnten
31.01.2009 18:36
Die Kärntner Grünen haben am Samstag in Villach - als vorletzte Landtagspartei - ihren offiziellen Wahlkampfauftakt veranstaltet. Bundessprecherin Eva Glawischnig setzte bei ihrer Ansprache am Hauptplatz der Draustadt auf die Kernthemen der Grünen. Die Energiewende sei ebenso dringend wie die Armutsbekämpfung, sagte Glawischnig. Landessprecher Rolf Holub betonte, die Konzentrationsregierung in Kärnten brauche Kontrolle, die Grünen seien die einzige Opposition im Lande.

Bei eisigem Wind und leichtem Schneefall waren gerade einmal 100 Interessierte und Sympathisanten gekommen, es gab heißen Tee und Krapfen, die Landtagskandidaten präsentierten ihre politischen Schwerpunkte. 

Kritik an Schuldenpolitik
Frontmann Holub betonte, dass Kärnten eine "beispiellose Schuldenpolitik" betreibe: "Wir haben die größte Pro-Kopf-Verschuldung und die meiste Armut, ich frage mich, wo das Geld hin ist." Die Landesregierung gebe es mit vollen Händen aus, so habe man für Inserate bereits mehr als fünf Millionen Euro verprasst. "Allein Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat Inserate um mehr als eine Million geschaltet", kritisierte der Grün-Abgeordnete.

Glawischnig erklärte, die Grünen hätten vor fünf Jahren versprochen, mit ihrer "weißen Weste" die Kontrollfunktion im Lande zu übernehmen: "Dieses Versprechen wurde hundertprozentig eingelöst." Da es aber enorm viel Arbeit gebe, seien zwei Abgeordnete im Landtag einfach zu wenig, deshalb müssten die Grünen am 1. März stärker werden und einen dritten Sitz dazugewinnen.

"Reiche Bauern und reiche Forstwirte"
Die Energiewende sei ein Gebot der Stunde, sagte Glawischnig, dies habe nicht zuletzt der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine gezeigt. Es gehe aber auch anders, nämlich mit erneuerbarer Energie: "Wir wollen reiche Bauern und reiche Forstwirte haben", meinte die Bundessprecherin. Österreich und Kärnten im Besonderen hätten gute Voraussetzungen, um energieautark zu werden, diese müsse man nutzen.

Kritik an Landeshauptmann Dörfler
Ein besonderes Anliegen ist Glawischnig auch die Armutsbekämpfung. Sie plädierte erneut dafür, die Steuern für Reiche zu erhöhen: "8.000 Menschen in Österreich besitzen gleich viel Vermögen wie vier Millionen." Sie sei überzeugt davon, dass diese 8.000 Menschen gerne bereit wären, ein wenig von ihrem Reichtum abzugeben. Die Mindestsicherung sei für die Bevölkerung notwendig, so Glawischnig, die in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an Dörfler formulierte: "Ich kann einfach nicht verstehen, wieso der Herr Dörfler die Mindestsicherung blockiert." Diese Haltung sei unsozial und verweigere Menschen die dringend notwendige Unterstützung.

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