Neue Einblicke

USA: FBI-Akte von Apple-Ikone Jobs veröffentlicht

Web
09.02.2012 19:58
Das FBI hat am Donnerstag seine Akte über Steve Jobs veröffentlicht. Das 191 Seiten umfassende Dokument enthüllt zahlreiche Details über den Charakter, die persönlichen Überzeugungen und die berufliche Vergangenheit des im Oktober des Vorjahres verstorbenen Apple-Mitbegründers. Angelegt wurde die Akte im Zuge eines Background-Checks der Bundesbehörde im Jahr 1991, als Jobs für eine Position in der Administration des damaligen Präsidenten George Bush sen. im Gespräch war.

Weil Jobs für die Stelle im Exportausschuss in Betracht gezogen wurde, unterzog ihn das FBI einer Zuverlässigkeitsprüfung. Dabei führte der Geheimdienst Interviews mit mehr als zwei Dutzend Kollegen, Nachbarn und Freunden von Jobs durch.

"Spartanische Existenz"
Wie der FBI-Akte zu entnehmen ist, waren die meisten der Befragten voll des Lobes für Jobs und empfahlen ihn für eine Position in der Regierung. Jobs verkehre mit einer "bunt gemischten Gruppe von Menschen, von denen die meisten prominent sind", sagte etwa einer der Befragten, während ein anderer Jobs als jemanden empfahl, der "einen positiven Beitrag auf nationaler Ebene leisten kann". Und eine weitere Person aus Jobs' Umkreis gab zu Protokoll, dieser lebe eine "spartanische und manchmal sogar klösterliche Existenz".

Einige Befragte gaben Details über die persönlichen Überzeugungen der Apple-Ikone preis. Laut den FBI-Notizen erzählte ein Bekannter etwa: "Er hat durch die Teilnahme an östlicher und indischer Mystik und Religion einen Wandel in seiner Philosophie durchgemacht. Diese Veränderung hat offenbar sein persönliches Leben zum Besseren beeinflusst." Jobs lebe im Rahmen seiner Möglichkeiten, bemerkte eine weitere Person, "und seine größte Sorge ist, wie dieser Reichtum nach seinem Leben verwendet werden würde".

"Tendenz, die Wirklichkeit zu verzerren"
Das FBI hielt aber auch fest, dass einer der Befragten hinzugefügt habe, "dass, obwohl Jobs im Grunde eine ehrliche und vertrauenswürdige Person ist, er ein sehr komplexes Individuum und sein moralischer Charakter verdächtig ist". Andere bezeichneten ihn zudem als "nicht ganz offen und ehrlich" und als jemanden, "der eine Tendenz hat, die Wirklichkeit zu verzerren, um seine Ziele zu erreichen".

Mehrere Menschen aus Jobs' Umfeld äußerten gegenüber dem FBI wiederum Zweifel an dessen technischen Qualifikationen. Einer beschrieb ihn etwa als "technisch orientiert, aber nach Ansicht vieler Beobachter ist er kein Techniker". Und ein anderer Befragter kommentierte, Jobs sei "kein zutiefst technisches Individuum".

Mit Drogen experimentiert
Auch Jobs' Verhältnis zu Drogen nahm die Bundesbehörde unter die Lupe. Wie der Akte zu entnehmen ist, räumte Jobs ein, mit Marihuana, Haschisch und LSD experimentiert zu haben. Er habe aber zugleich versichert, in den fünf Jahren vor dem Background-Check keine illegalen Drogen konsumiert zu haben, wird in dem Bericht vermerkt. Mit Alkohol oder verschreibungspflichtigen Medikamenten hatte Jobs laut FBI hingegen nie ein Problem. Und für den Inlandsgeheimdienst ganz wichtig: Er war nie Mitglied in der kommunistischen Partei.

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