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Google bekommt jetzt auch in Frankreich Ärger

18.06.2010, 11:54
Google bekommt jetzt auch in Frankreich Ärger
Im Skandal um Datenschutzverletzungen des Internetriesen Google bekommt das US- Unternehmen jetzt auch Ärger in Frankreich. Der zu Google gehörende Dienst "Street View", der Straßen- und Adressfotos ins Internet stellt, habe auch in Frankreich nicht nur Bilder aufgenommen, sondern Userdaten eingefangen, so die französische Datenschutzbehörde CNIL. In Österreich läuft gegen Google ein Verfahren, den ganzen Sommer über haben die "Street View"- Autos deswegen Fahrverbot.

Die Firma habe - wie Google selbst behauptet - "aus Versehen" auch persönliche Angaben von Computernutzern eingefangen, die über unverschlüsselte drahtlose Netzwerke gelaufen waren, gab die CNIL bekannt. Schon vor Abschluss der Auswertung sei klar, dass unter anderem Passwörter sowie Inhalte von E- Mails gesammelt worden seien. "Das ähnelt dem Abhören von Telefongesprächen", sagte Alex Türk, der Präsident der Datenschutzbehörde CNIL.

Voraussichtlich bis "Ende September" will die Behörde entschieden, ob Google deshalb bestraft wird. CNIL erklärte, Google könnte u.a. die ärztliche Schweigepflicht, das Bankengeheimnis und das Pressegeheimnis verletzt haben. Das Unternehmen habe in Frankreich seit zwei Jahren Daten abgegriffen, so CNIL.

Wifi- Daten für Ortungsdienst "Latitude"

Das Google mit den "Street View"- Autos nicht nur Bilder einfängt, war bereits bekannt. Zunächst hatte Google aber angegeben, lediglich den Netzwerk- Namen und die Adresse von Drahtlos- Netzwerken zu speichern. Ein Google- Manager räumte bereits Mitte Mai in seinem Internetblog ein, dass die Kamerawagen, die in mehr als dreißig Ländern Straßenzüge und Häuser fotografieren, bei ungesicherten Netzwerken auch private Daten der Internetnutzer gesammelt hätten. Google sprach seinerzeit sein Bedauern aus und kündigte an, ab sofort keine WLAN- Daten mehr zu erfassen und bereits gespeicherte Daten zu löschen.

Der Internetgigant will die Daten zu den Wifi- Zugängen nutzen, um automatisch die Nutzer zu lokalisieren und im Rahmen seines Angebots "Latitude" auf Google- Karten verorten zu können. CNIL kritisiert - wie auch die österreichische Datenschutzkommission -, dass der US- Konzern dem Amt keine Informationen über das Projekt gegeben hat. Türk forderte Google auf, unverzüglich die Erfassung der SSID- Namen der Funknetze einzustellen.

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