Die Geschworenen sprachen der Industrie pro Titel 80.000 Dollar Schadenersatz zu. 150.000 Dollar pro Titel wären laut Gesetz möglich gewesen.
Thomas- Rasset war in dem Fall bereits im Oktober 2007 zu Schadenersatz in der Höhe von 220.000 Dollar verurteilt worden, musste sich jetzt aber wegen eines Verfahrensfehlers neu verantworten.
Die Plattenfirmen beschuldigten Thomas- Rasset, im Februar 2005 insgesamt 1.700 Songs auf Kazaa angeboten zu haben. Erst danach wurde die Tauschbörse nach einer Einigung mit der Branche zu einem legalen Downloaddienst für Musik. Zur Vereinfachung des Verfahrens begrenzte die Plattenindustrie ihre Klage auf 24 Titel. Sie macht Online- Piraterie für zurückgehende Einnahmen verantwortlich.
Der mächtige Verband der Musikindustrie in den USA (RIAA) und mehrere Plattenfirmen haben wegen des Herunterladens von Songs aus dem Internet insgesamt mehr als 30.000 Klagen angestrengt. Die meisten Beklagten haben sich aus Furcht vor den finanziellen und rechtlichen Folgen Vergleiche mit der RIAA angestrengt.
Thomas- Rasset lehnte das ab. Deshalb war ihr Fall der einzige, der tatsächlich verhandelt wurde. Die anderen Beschuldigten, die ins Visier der Plattenindustrie gerieten, einigten sich mit der Branche auf eine Zahlung von jeweils etwa 3.500 Dollar.
Thomas- Rasset, 32- jährige Mutter von vier Kindern, erklärte nach der Verhandlung, sie werde nie in der Lage sein, die Millionenstrafe zu zahlen: "Ich bin eine Mutter mit begrenzten Mitteln, also mache ich mir darüber jetzt keine Sorgen."