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Rumänien und Ukraine: Die Lage der Streunerhunde

12.01.2012, 11:37
Rumänien und Ukraine: Die Lage der Streunerhunde (Bild: dez)
Foto: dez
Tierschützer atmen auf: In Rumänien wurde jenes Gesetz für verfassungswidrig erklärt, das den Behörden die Tötung von Straßenhunden erlaubt. Zurecht ortete man einen Verstoß gegen die Tierschutzgesetze. Währenddessen gibt es in der Ukraine rund fünf Monate vor der Fußball- EM angeblich die ersten Tollwut- Fälle seit 1991 – ein möglicher Grund, die Versprechen der Politiker im Hinblick auf einen besseren Umgang mit den Streunern nicht einzulösen?

Nach vermeintlichen Angriffen durch Straßenhunde auf die Bevölkerung beschlossen rumänische Behörden im November ein Gesetz, das die Tötung von "aggressiven und/oder kranken Straßenhunden" erlaubt. Tierschützer aus ganz Europa protestierten dagegen – mit Erfolg. Das Gesetz wurde vom Verfassungsgericht mit Hinweis auf geltende Tierschutzgesetze abgelehnt.

Das sogenannte Streunergesetz "sieht die Einschläferung als laufend und massenweise anwendbare Maßnahme vor, obwohl nur ausnahmsweise und unter strikt limitierten Bedingungen darauf zurückgegriffen werden sollte", hieß es im Einspruch der Abgeordneten. Die Zahl der rumänischen Streuner wird auf zwei Millionen geschätzt. In der Hauptstadt Bukarest, wo es nur zwei Hundefänger und 2.000 Tierheim- Plätze gibt, sollen sich weit über 100.000 streunende Vierbeiner aufhalten – die wenigsten davon sind sterilisiert. Denn die Sterilisation ist mit umgerechnet 30 Euro wesentlich teurer als die Einschläferung, die etwa elf Euro kostet.

Ukraine: Angebliche Tollwutfälle als neuer Tötungsgrund?

In der Ukraine, wo "Krone"- Tierlady Maggie Entenfellner und ihr Team im Dezember gegen die brutale Massentötung von streunenden Vierbeinern im Einsatz waren (siehe Infobox), soll seit Kurzem die Tollwut umgehen. Lokalen Medien zufolge sollen sich jetzt, knapp fünf Monate vor der Fußball- Europameisterschaft, Fälle der Erkrankung gehäuft haben. Drei Menschen wurden mit Verdacht auf Tollwut ins Krankenhaus gebracht – ob sie zuvor von Streunern angegriffen wurden, ist nicht bekannt. In der Ukraine wären es die ersten Fälle bei Menschen seit 1991.

Die Kiewer Regierung reagierte mit dem Verbot, Hunde und Katzen zu verkaufen. Über die ukrainische Hauptstadt wurde zudem Quarantäne verhängt: Freilaufende Tiere sollen gefangen und geimpft werden. Tierschützer befürchten, dass die vermeintlichen Tollwut- Infektionen als Vorwand dienen, weiterhin Streuner zu töten. Berichte ukrainischer Tierschützer bestätigen diesen Verdacht: Derzeit würden wieder besonders viele Hunde vergiftet und verstümmelt, erzählen sie.

Maggie Entenfellner will auf keinen Fall locker lassen: "In Kürze werde ich gemeinsam mit mehreren Tierschutzorganisationen einen Brief an einige ukrainische Politiker senden. Wir müssen uns weiterhin gegen die Tötungen und für Kastrationsprojekte einsetzen!"

AG/red
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