Derzeit dürfen Tiere über 24 Stunden und Tausende Kilometer quer durch Europa transportiert werden. Die Kampagne "8 hours – stop long animal transports" wurde von "Animals' Angels" gemeinsam mit dem dänischen Europaabgeordneten Dan Jørgensen ins Leben gerufen. Die Organisation konnte mehrfach dokumentieren, wie groß das Leid der Tiere bei Langstreckentransporten ist. Pferde brechen völlig erschöpft zusammen, Schafe verdursten, Schweine sterben an Hitze oder Kälte.
John Dalli bestätigte Probleme beim Vollzug der EU- Gesetzgebung. Seiner Aussage nach ist die EU- Kommission nicht nur dabei, aktuell Missstände zu prüfen und zu beheben, er stellte ebenfalls in Aussicht, dass im Rahmen des geplanten neuen EU- Tierschutzrechtsrahmengesetzes 2014 die Transportzeiten je nach Tierart reduziert würden.
Der österreichische Europaabgeordnete Jörg Leichtfried zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. "Die Botschaft der Kampagne ist klar und trifft das Problem im Kern. Wir haben mit vorsichtigem Optimismus vernommen, dass im Bereich des Vollzugs Besserungen erfolgen sollen und es eine Perspektive auf Kürzung der Transportzeiten auf Gesetzesebene gibt. Allerdings ist der genannte Zeitpunkt 2014 für die Tiere sehr lang."
Dr. Marlene Wartenberg, Leiterin des Europabüros von "Vier Pfoten", war bei dem Gespräch mit EU- Kommissar John Dalli dabei und hat die europaweite "8hours" Kampagne von "Animals‘ Angels" tatkräftig unterstützt. "Im Rahmen unserer Fachkonferenz zum Vollzug von Tierschutzgesetzen am 12. und 13. Juni hier in Brüssel werden wir diese Problematik der Tiertransporte und Lösungsvorschläge ebenfalls ausführlich erörtern", sagte Dr. Wartenberg nach dem Treffen.