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Fahrenheit - ein interaktiver Film

Fahrenheit - ein interaktiver Film
Mitten in eine Spielewelt, die außer Ego- Shootern, Racern und Sportsimulationen nicht mehr viel zu bieten hat, prischt "Fahrenheit", ein Action- Adventure aus dem Hause Atari, das ein ganzes Genre neu erfindet. Auf der Game Convention wurde der Titel mit dem Preis für das innovativste Produkt des Jahres belohnt. Entsprechend hoch waren die Erwartungen bei unserem Test auf der Xbox ...

Der Allerweltsbürger David Crane begeht einen Mord im WC eines New Yorker Diners. Warum, weiß er selbst nicht. Egal: Er muss Spuren verwischen und fliehen. Denn die Polizei ermittelt schon. So beginnt das Drehbuch von "Fahrenheit", das sich als Action- Adventure und interaktiver Film versteht.

Tatsächlich ist die dunkle Handlung spannend erzählt wie in einem Hollywood- Thriller, Splitscreens wie in der TV- Serie "24" zeigen parallele Ereignisse und treiben die Story rasend schnell voran. Trotz vieler Filmsequenzen bleibt "Fahrenheit" aber ein Adventure. Dabei schlüpft man nicht nur in die Rolle des Mörders, sondern bestimmt auch die Handlungen seiner Jäger.

Ein Interessenskonflikt? Nicht wirklich. Immerhin gibt es ein gemeinsames Ziel: herausfinden, was David dazu getrieben hat, zum Mörder zu werden. Die Entwicklung des Spiels hängt dabei stark von den Entscheidungen des Spielers ab: Soll man in Panik vom Tatort flüchten und dabei Spuren hinterlassen? Oder wischt er die Blutfecken weg, um der Polizei das Leben schwer zu machen?

Kern des Spiels ist es, sich durch die virtuelle Welt zu bewegen, Rätsel zu lösen und mit Menschen zu interagieren. Die meisten Entscheidungen im Adventure trifft man unter Zeitdruck. Dabei ist man ab und zu auf das Trial&Error- Prinzip angewiesen, was bei ungeduldigen Spielernaturen Frust auslösen kann. Zwischendurch stößt man auch noch auf in die Handlung eingebettete Minigames, wobei Schnelligkeit oder Geschick mit dem Gamepad erforderlich sind.

Apropos Gamepad: "Fahrenheit" ist bemüht um eine einfache Steuerung. Bewegen mit dem linken Ministick, sich umsehen und mit der Umgebung interagieren mit dem rechten - viel mehr ist nicht nötig. In der Praxis gestaltet sich das leider nicht ganz so einfach, was nicht zuletzt an der unpräzisen Reaktion unserer Spielehelden liegt.

Grafisch zählt das Spiel nicht zur Advantgarde. Während die Texturen noch recht detailverliebt sind, fallen die Figuren etwas klobig aus, die Animationen wirken ungelenk. Doch was die Grafik nicht kann, macht der Sound wett: Für die Musikuntermalung zeichnet nämlich Angelo Badalamenti, David Lynchs Hofkomponist, verantwortlich.

Fazit: Mit "Fahrenheit" ist erstmals ein Game gelungen, das einem interkativen Film, bei dem der User die Handlung bestimmt, sehr nahe kommt. Das macht den Titel einzigartig, spannend und unterhaltsam und ist allein schon den Kauf wert. Dennoch ist "Fahrenheit" nicht ganz frei von Fehlern: Wie bei den meisten Adventures lässt sich nicht jedes Rätsel mit Logik lösen. Zudem schlagen die etwas unpräzise Steuerung und die nur durchschnittliche Grafik negativ zu Buche.

Plattform: Xbox (getestet), PC, PS2
Publisher: Atari
Krone.at- Wertung: 86%

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