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Neuer Ärger für Jobs in Apples "Antennagate"

19.07.2010, 10:59
Neuer Ärger für Jobs in Apples "Antennagate" (Bild: EPA)
Foto: EPA
Neuer Ärger für Steve Jobs in Apples "Antennagate": Nachdem der Firmenchef am Freitag die Empfangsprobleme beim neuen iPhone 4 als allgemeines Smartphone- Problem abzutun versuchte, hagelt es jetzt Kritik von der Konkurrenz. Allgemeiner Tenor: Apple habe sein Problem selbst verschuldet und solle daher andere Hersteller auch nicht in die Affäre hineinziehen.

Steve Jobs hatte es nur gut gemeint: Mit den Worten "Wir sind nicht perfekt" entschuldigte sich der Firmenchef auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im kalifornischen Cupertino am Freitag für die Empfangsprobleme beim neuen iPhone und versprach allen Kunden eine kostenlose Schutzhülle, die das Problem beseitigen soll. Sollten Nutzer damit nicht zufrieden sein, werde Apple ihnen den vollen Kaufpreis innerhalb von 30 Tagen zurückerstatten.

So weit, so gut. Doch dann machte Jobs einen entscheidenden Fehler. Er versuchte, das Problem zu verallgemeinern und auf andere Hersteller abzuwälzen. Seinen Aussagen zufolge nehme nämlich bei jedem Smartphone das Empfangssignal ab, wenn man es nur fest genug in die Hand nehme. Und: Bislang hätten lediglich 1,7 Prozent der Käufer von ihrem Recht Gebrauch gemacht, ihr neues iPhone 4 zurückzugeben. Beim Vorgänger 3GS sei diese Rate bei sechs Prozent und somit unter dem Smartphone- Durchschnitt gelegen, so Jobs.

"Selbstverschuldete Debakel"

Zwei Aussagen, die von der Konkurrenz nun entschieden zurückgewiesen werden, zumal sich Apple während seiner Pressekonferenz mittels Videos direkt auf Geräte von Research in Motion (RIM), Samsung und HTC bezog. Blackberry- Hersteller RIM geht daher nun mit dem Rivalen dementsprechend hart ins Gericht und bezeichnet Apples Vorgehen als inakzeptablen Versuch, andere Firmen in das "selbstverschuldete Debakel" hineinzuziehen.

"Apple hat bestimmte Design- Entscheidungen getroffen und sollte die Verantwortung dafür übernehmen, anstelle RIM und andere in die Situation hineinzuziehen", werden die Co- Chefs Mike Lazaridis und Jim Balsillie in US- Medien zitiert. Als Grund für die Empfangsprobleme beim iPhone 4 sehen sie den zur Antenne umfunktionierten äußeren Metall- Rahmen des Geräts. Bei den BlackBerrys habe man solche Konstruktionen daher bewusst gemieden, hieß es. Eine Schutzhülle sei deshalb bei BlackBerrys auch nicht vonnöten.

Nokia: "Bei uns geht Funktionalität vor Design"

Schelte gab es auch vom Weltmarktführer Nokia. Nachdem der finnische Konzern in den Wochen zuvor in Blogs bereits verstärkt darauf hingewiesen hatte, dass man Nokia- Handys halten kann, wie man will, betonte er nun, dass bei ihm Funktionalität vor Design gehe. Nokia erforsche mit großem Aufwand, wie Menschen ein Telefon in verschiedenen Situationen halten und wie man durch den Aufbau der Antennen Empfangsprobleme verhindern könne, hieß es in einer Stellungnahme.

"Jetzt und auch in Zukunft keine Empfangsprobleme"

Samsung, dessen Smartphone "Omnia II" in der Apple- Präsentation zu sehen war, machte in einer Mitteilung darauf aufmerksam, dass sich die Antenne eben nicht wie beim iPhone an den Seitenrändern, sondern an der Unterseite des Geräts befindet. Durch dieses Design werde der Abstand zwischen Hand und Antenne gewährleistet, diesbezügliche Tests seien vor dem Verkaufsstart durchgeführt worden. "Empfangsprobleme sind bislang nicht aufgetreten und werden es auch in Zukunft nicht", so Samsung.

HTC wiederum erklärte knapp, dass sich nur 0,016 Prozent der Kunden über Empfangsprobleme beschweren würden. Der taiwanesische Hersteller bezog damit Stellung zu Jobs' Behauptung, wonach alle Smartphones Schwachstellen beim Empfang aufweisen würden. Der Apple- Chef hatte zudem stolz erklärt, dass "nur" 0,55 Prozent der iPhone- Käufer über Signaleinbußen klagten.

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