Fasten heißt im Grunde Verzicht auf feste Nahrung für eine bestimmte Zeit. Heute jedoch wird das nicht mehr so streng genommen, und Fasten kann ebenso gut bedeuten, dass du auf etwas, das dir lieb und teuer ist, für einen bestimmten Zeitraum verzichtest. Zigaretten, Fernsehen oder eben Süßigkeiten und Alkohol zählen zu den beliebtesten Sünden, denen in der Fastenzeit abgeschworen wird.
Fasten ist gesund, sind sich Experten einig. Denn heutzutage essen wir meist zu viel und falsch. Eine Fastenkur wirkt deshalb befreiend, verleiht außerdem ein ganz neues Körpergefühl, senkt den Spiegel der Stresshormone und kurbelt die Ausschüttung von Glückshormonen an. Dennoch ist Fasten nicht als Diät geeignet, auch wenn du vermutlich einige Kilo verlierst. Aber vielleicht hilft dir die Zeit des Verzichts dabei, deine Essgewohnheiten zu überdenken und vielleicht auch nach dem Fasten umzustellen.
Mehr als zehn Tage lang eine Fastenkur zu machen, ist nur unter ärztlicher Aufsicht ratsam. Für den Hausgebrauch empfehlen sich fünf bis sieben Tage. Zu Beginn solltest du zwei Entlastungstage, abschließend mindestens zwei Aufbautage einplanen.
Zwei Tage vor der Kur darfst du dich noch einmal mit Reis, Gemüse und Obst so richtig satt essen. Am Morgen des ersten Fastentages hilft Glauber- oder Bittersalz auf nüchternen Magen, deinen Darm zu reinigen. Das stoppt auch das Hungergefühl. Am Ende des Fastens solltest du deine Verdauung durch Schonkost (zum Beispiel Nudeln, Vollkornbrot, Gemüse, Obst oder Salate) langsam wieder an normale Nahrungszufuhr gewöhnen. Wichtig ist zudem, langsam zu essen und dabei gut zu kauen, salzarm zu essen und das Bewegungsprogramm beizubehalten.
Beim Fasten musst du nicht gänzlich auf Nahrung verzichten. 300 bis maximal 500 Kalorien täglich zu sich zu nehmen, ist in dieser Zeit erlaubt – in Form von Gemüsesuppen, Obst- und Gemüsesäften. Außerdem solltest du darauf achten, mindestens drei Liter am Tag zu trinken: morgens ungesüßten Kräutertee, untertags stilles Mineralwasser. Erst dann zapft der Körper seine eigenen Depots an.
Aber Fett wird nur dann abgebaut, wenn man sich auch bewegt. Und wer den ganzen Tag faul auf der Couch liegt, wird sich trotz Fastenkur nicht besser fühlen. Außerdem baut der Körper ab, was er nicht braucht – und das ist in diesem Fall dann deine Muskelmasse.
Nicht geeignet ist Fasten zum Beispiel für Kinder und Jugendliche, Schwangere und Stillende, für Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion, Magersucht, bei fortgeschrittenen Störungen der Leber- und Nierenfunktion und bei Demenz (Beeinträchtigung geistiger Fähigkeiten). Auch Menschen, die Tabletten benötigen, sollten vor der Kur ihren Arzt fragen. Durch den Nahrungsverzicht kann sich die Wirkung vieler Tabletten, etwa Blutverdünner, verstärken.