"Häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen, Unterbauchschmerzen, übelriechender, eventuell blutiger Harn – das sind die typischen Symptome für eine Infektion, die praktisch immer über eigene Stuhlbakterien erfolgt", betont der Urologe OA. Dr. Mons Fischer vom Ärztezentrum im Donauzentrum in Wien und 1. Vorsitzender der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ). "Diese Bakterien gelangen über die Harnröhre in die Blase. Ist die Abwehrkraft (z.B. durch Erkältung oder Diabetes) gesenkt, vermehren sich die Erreger massiv, und es kommt zur Blasenentzündung." Männer sind selten von einer Infektion betroffen, da ihre Harnröhre länger ist und Keime nicht so leicht aufsteigen können.
So kannst du einer Infektion vorbeugen:
- Gehe regelmäßig auf die Toilette. Harndrang nicht zu lange unterdrücken. So bleibt die Bakterienkonzentration im Harn niedrig.
- Die Scheidenflora mit Laktobazillen (z. B. in Form von Zäpfchen) normalisieren, wodurch eine Anhaftung von Keimen aus der Darmflora erschwert wird.
- Immunstimulation mit einem Extrakt aus verschiedenen Bakterienstämmen, welcher täglich in der Früh nüchtern eingenommen wird, hat in Studien zu einer deutlichen Reduktion von Harnwegsinfektion geführt.
Folgende Maßnahmen wirken sich, wenn man infektanfällig ist, ebenfalls positiv aus:
- Ausreichend trinken! Etwa 2,5 Liter pro Tag.
- Keine synthetische Unterwäsche tragen.
- Wenn möglich zur Verhütung keine Intravaginalpessare und spermizide Salben verwenden. Intimsprays meiden! Reinige den Intimbereich mit warmem Wasser ohne Zusätze.
- Nach dem Geschlechtsverkehr so bald wie möglich auf die Toilette gehen, um Keime auszuschwemmen.
- Traditionelle chinesische Medizin kann ebenso hilfreich sein wie Homöopathie.
- Einige wissenschaftliche Studien zeigten, dass die tägliche Einnahme von Preiselbeerpräparaten das Risiko für häufig wieder kehrende Harnwegsinfekte senken kann. Der Wirkmechanismus ist nicht restlos geklärt, es wird jedoch angenommen, dass die darin enthaltene Substanz Proanthocyanidin das Anhaften der Keime in Harnröhre und Blase verhindert.
Karin Rohrer, Kronen Zeitung