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02.10.2014 - 00:22

Ein haariges Problem: Frauen und Haarausfall

30.11.2012, 16:58
Ein haariges Problem: Frauen und Haarausfall (Bild: thinkstockphotos.de (Symbolbild))
Foto: thinkstockphotos.de (Symbolbild)
Gynäkologe und Hormonspezialist Prof. DDr. Johannes Huber erklärt, warum beim weiblichen Geschlecht in Sachen Kopfschmuck vieles anders ist.

In der Schwangerschaft machen viele Frauen eine recht interessante Beobachtung: Haut und Haare werden besonders schön. Allerdings fallen die Haare dann nach der Entbindung in vielen Fällen verstärkt aus. Lange Zeit hat die Medizin darüber gerätselt. Kürzlich aber wurde die Lösung gefunden: Jener Steuerungsmechanismus, der für das Wachstum der Brust und die Vorbereitung aufs Stillen mitverantwortlich ist, regt überdies auch die Haarwurzeln an.

Diese Tatsache macht den nachweislichen Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und schönen Haaren verständlich. Allerdings gibt es für den weiblichen Haarausfall noch eine Reihe weiterer Ursachen:

Zum Beispiel Eisenarmut im Blut, Probleme mit der Immunabwehr und Hormonstörungen. Tritt Haarausfall etwa vor allem in Zeiten einer Hormonumstellung (Pubertät, nach der Entbindung, Wechseljahre) auf, so sind wohl die Hormone schuld. Für den Arzt ist klar, dass eine Hormonbehandlung hier sinnvoll ist.

Vor allem drei Hormongruppen sind an der Entstehung von Haarausfall beteiligt: Die männlichen Hormone (Androgene), das Progesteron, das Östrogen und die Schilddrüsenhormone.

  1. Zu viele männliche Hormone: Nach der Pubertät, bei Übergewicht (!) und im Zuge von Eierstockzysten können die männlichen Hormone vermehrt sein. Das bereitet vor allem auf dem Kopf Probleme: Geheimratsecken und "Tonsur" am Hinterkopf. Am übrigen Körper verstärkt sich hingegen die Behaarung. Auch unreine Haut ist eine häufige Begleiterscheinung.
  2. Zu wenige weibliche Hormone: Nach der Entbindung und in den Wechseljahren tritt oft Mangel an den zwei wichtigsten weiblichen Hormonen auf: Progesteron und Östrogene. Das bewirkt im gesamten Kopfbereich Haarausfall. Dazu können Hitzewallungen, Schlaflosigkeit und depressive Verstimmung kommen. Trockene Haut ist ebenfalls ein unangenehmer Effekt.
  3. Störung der Schilddrüse: Die Hormone dieses Organes stehen auch mit Haarausfall in Verbindung. Frauen neigen häufiger zu Schilddrüsenerkrankungen und haben deswegen auch öfter aus diesem Grund Haarprobleme. Das zeigt sich mitunter auch an Augenbrauen und Schambehaarung. Die Haare werden dünner und gehen aus. Also sollte immer auch die Schilddrüse untersucht werden!

Ob die Hormone als Auslöser infrage kommen, kann durch gezielte Fragen und Hormontests (Blutabnahme) geklärt werden. Wobei Schilddrüsenhormone auf den ersten Blick normal sein können – besteht dennoch der Verdacht auf eine Unterfunktion (Verstopfung, teigige Haut, tiefere Stimme), sollte ein Spezialist weitere Untersuchungen vornehmen.

Normalisierung des Hormonhaushalts

Die Therapie besteht in der Normalisierung des Hormonhaushalts: Defizite müssen ausgeglichen, Überschuss muss abgebaut werden. So etwa gibt es Pillen, welche die männlichen Hormone gezielt reduzieren. Im Bedarfsfall kann man die Wirksubstanz auch direkt auf den Haarboden auftragen. Das ist übrigens auch bei Progesteron und Östrogen möglich. Es gibt aber auch Gels und Pflaster, weil diese Hormone durch die Haut gehen. Die richtige Dosierung muss allerdings der Arzt vorgeben. Die Behandlung erfolgt meistens nur über einige Monate, in deren Verlauf die Haarfollikel zum normalen Arbeiten angeregt werden.

Bei jeder Hormoneinstellung sind jedoch auch allgemeine Empfehlungen zu berücksichtigen: Der Eisenspiegel muss normal sein, Vitamin D sollte man ergänzen, wenn es fehlt, und – besonders wichtig – die betroffenen Frauen sollten selbst die "Räuber der Haarwurzeln" ausschalten, zu denen an allererster Stelle die Zigaretten gehören.

Zusammenfassend kann man Hormonstörungen auf verschiedene Weise beseitigen: allgemein durch Injektionen und Tabletten oder lokal in Form von den erwähnten Gels, Pflastern, Lösungen etc. Das betrifft im Übrigen nicht nur Sorgen mit den Haaren, sondern zum Beispiel auch Scheidenprobleme. Hier kommen bevorzugt Salben und Zäpfchen zum Einsatz.

Prof. DDr. Johannes Huber, Kronen Zeitung
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