Die "Mediterrane Diät" schmeckt und ist gesund

13.07.2012, 16:52
Die "Mediterrane Diät" schmeckt und ist gesund (Bild: thinkstockphotos.de)
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Die Bezeichnung "Mediterrane Diät" ist ein populäres Schlagwort für eine bestimmte gesunde und ausgewogene Ernährung. Die mediterrane Kost schmeckt nicht nur, sie kann auch vielen Krankheiten vorbeugen.

Die Wirkung liegt nicht an einem besonderen Nahrungsmittel, sondern eher an der Komposition der Zutaten. Die traditionelle Mittelmeerkost zeichnet sich durch eine bunte und wohlschmeckende Vielfalt aus. Früchte, Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch sowie Geflügel, wenig Milchprodukte und Käse, Wein in Maßen. Wesentlich dabei ist hochwertiges Olivenöl. Dadurch ergibt sich eine Reihe positiver Wirkungen. Jede dieser Nahrungsmittelgruppen hat nachweislich gute Effekte.

Olivenöl als gesunde Basis

Olivenöl hat ideale Eigenschaften und Substanzen, die dem Körper helfen, langsamer zu altern. Alles spricht für seine Verwendung: Die Forschung hat den Nachweis erbracht, dass Olivenöl die Zahl der Krebserkrankungen verringert. Es besitzt antioxidative Bestandteile wie Tocopherole und Polyphenole, die den wesentlichen Feinden unseres Organismus, den freien Radikalen, entgegenwirken. Außerdem senkt dieses Öl das Herzinfarktrisiko drastisch. Es ist statistisch erwiesen, dass Herz- Kreislauf- Erkrankungen in den südlichen Ländern, deren Küche auf Olivenöl basiert, sehr viel geringer sind als bei uns und die Lebenserwartung dadurch verlängert wird.

Aufgrund seines hohen Anteils einfach gesättigter Fettsäuren hat das Öl eine einmalige Wirkung auf den Cholesterinspiegel. Es erhöht den Wert des guten HDL- Cholesterins und senkt den Wert des schlechten LDL- Cholesterins. Die gleichen Fettsäuren sind auch in der Lage, die Knochendichte bei Erwachsenen positiv zu beeinflussen, und haben eine antirheumatische Wirkung. Auch die Gefahr der Arteriosklerose wird reduziert.

Insgesamt wirkt die mediterrane Diät oder besser gesagt mediterrane Ernährung durch die darin enthaltenen Phenole und Flavonoide dem Risiko einer Thrombose entgegen. Durch die Aufnahme hoher Anteile an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen kommt es außerdem zu einem starken Sättigungsgefühl und der Appetit wird normalisiert. Zudem wird durch Teigwaren, Gemüse, Fisch und Milch Serotonin, das Hormon der guten Laune, erhöht, was zu einem gesteigerten Wohlbefinden führt.

Ein Schluck in Ehren…

Das im Rotwein enthaltene Resveratrol kann sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit auswirken. Es ist ein Polyphenol und fördert genauso wie eine kalorienreduzierte Ernährung den lebensverlängernden Effekt.

Resveratrol hilft bei der Abtötung von Krebszellen und der sogenannten Apoptose. Apoptose ist die Selbstzerstörung kranker und defekter Zellen, ein sehr wesentlicher Schutzmechanismus, mit dem sich der Organismus selbst der Krebszellen entledigt. Resveratrol hat eine neuroprotektive Wirkung beim Glaukom durch Hemmung der Bildung von entscheidenden Entzündungsfaktoren.

Die Umstellung auf mediterrane Kost ergibt einen weiteren Vorteil. Bislang scheint es, als hätten auch gegen Prostatakarzinom vor allem Pflanzeninhaltsstoffe wie Phytoöstrogene und Karotinoide sowie die Vitamine D und E, das Spurenelement Selen, Omega- 3-Fettsäuren einen positiven Effekt. Phytoöstrogene als 5- Reduktasehemmer haben einen positiven Einfluss auf die gutartige Prostatavergrößerung (BPH) und sind in der mediterranen Ernährung vertreten.

Nach EU- Angaben ist die Lebenserwartung in den mediterranen Ländern eindeutig höher. Lebenserwartung und Gesundheit jedes Einzelnen hängen aber grundsätzlich von mehreren Faktoren ab. Doch ist es in Erwägung zu ziehen, den Anteil an tierischen Nahrungsbestandteilen zugunsten von Obst und Gemüse zu reduzieren und sich mehr körperlich zu bewegen.

Prim. Univ.- Prof. Dr. Erich Müller- Tyl, Kronen Zeitung
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