Jeden Tag morgens und abends Zähne putzen. Nach jeder Mahlzeit empfiehlt sich ein zuckerfreier Kaugummi zur Anregung des Speichelflusses. Damit neutralisiert man schädliche Säuren, die nach der Nahrungs- und Zuckeraufnahme im Mundraum entstehen. Dient das morgendliche Zähneputzen hauptsächlich der Hygiene, so hat die abendliche Mundhygiene auch einen sehr stark vorbeugenden Charakter. Verbleiben nämlich krebserregende Substanzen, wie Teer und Nikotin vom Rauchen oder Alkohol, in der ungereinigten Mundhöhle, so verlängert sich ihre Einwirkzeit um Stunden. Das Risiko für alle intraoralen Krebsformen erhöht sich um ein Vielfaches.
Nach dem Genuss von Obst die Zähne zu putzen, ist das Schlechteste, das man tun kann. Denn bis zu einer halben Stunde nach dem Essen ist der Zahnschmelz am verwundbarsten und wird durch aggressives Zähneputzen abgerieben. Somit ist dies genau der gegenteilige Effekt, den wir erzielen wollen. Daher immer erst 30 Minuten nach der Mahlzeit putzen!
Eine Zahnbürste kann mechanisch, elektrisch oder mit Ultraschall betrieben werden. Welche, ist eigentlich egal, wichtig ist nur, dass eine benutzt wird. Eine Empfehlung in Bezug auf die in jeder Zahnpasta enthaltenen Polierkörper: Um eine Entfernung der oberflächlichen Farbstoffe zu ermöglichen (Rotwein, Kaffee, Tee,
Lebensmittelfarben), sind jeder Zahnpasta mehr oder weniger grobe Schleifkörper beigesetzt. Und wie bei einem Schleifpapier verursachen diese Schleifkörper auf der Oberfläche unserer Zähne, also am Zahnschmelz, mehr oder weniger tiefe Kratzer und Substanzverluste. Daher gilt die goldene Regel: weniger ist mehr! Mit der Verwendung hochaggressiver, abrasiver Zahnpasten, die weißere Zähne versprechen, nimmt man auch das Risiko einer bleibenden Schädigung des Zahnschmelzes in Kauf.
Tipp: Zahnpastahersteller (wie zum Beispiel Thermamed Pro Electric) bringen derzeit spezielle Zahnpasten für elektrische Zahnbürsten auf den Markt, die eine geringere Abrasion verursachen und den Zahnschmelz schonen.
Die richtige Putztechnik, auch "Rot- Weiß- Technik" genannt, bedeutet, dass die Zahnbürste immer vom Zahnfleisch kommend über die Zähne geführt wird und nicht umgekehrt. Damit vermeiden wir unnötige Verletzungen des Zahnfleisches und der weichen Wurzeloberflächen. Also keine sägenden Bewegungen sondern Rotationen durchführen. Diese Funktion erfüllen heute zu einem Großteil die modernen elektrischen Zahnbürsten. Sie nehmen uns die ermüdenden rotierenden Bewegungen ab und gestatten es uns, dass wir uns nur auf die Führung des Bürstenkopfes konzentrieren können.
Durch den im Vergleich zu einer normalen Zahnbürste viel kleineren Kopf einer elektrischen Zahnbürste bekommen wir einen deutlich besseren Zugang zu den Nischen und Winkeln unseres Gebisses. Man putzt am besten immer jeden Quadranten des Gebisses für sich. Während des Putzens Zahn und seine Flächen quasi vorstellen und versuchen, immer mit dem Bürstenkopf durch Aufkanten auch zwischen den Zähnen zu putzen. Hin und wieder können Zahnbelagfärbetabletten zur Selbstkontrolle nicht schaden.
Der gefährlichste Ort im Körper eines Menschen ist die Mundhöhle! Sie ist eine Brutstätte für Bakterien und andere Keime. Es genügt schon das Austauschen von Körperflüssigkeiten wie beim Kuss, um eine Infektion hervorzurufen. Fast alle Erkrankungen sind durch Speichel übertragbar. So ist auch Karies eine ansteckende Erkrankung. Säuglinge kommen in der Regel ohne Kariesbakterien
zur Welt. Es sind oft erst ihre Mütter oder Väter, die sie durch Abschlecken des Löffels oder des Schnullers mit diesen Keimen infizieren.
Softgetränke enthalten ein Vielfaches der Säuren eines Apfels und sind in ihrer Wirkung auf unsere Zähne fast dem Essig gleichzusetzen. Sie enthalten unglaubliche Mengen an Zucker sowie Säuren und zerstören Zähne nachhaltig. Auch bei den Kleinsten, den Säuglingen, ist bei der Verwendung von Kindertees Vorsicht geboten. Auch hier übersteigt die Zuckermenge oft ein vernünftiges Maß. Vor allem mit dem Nachtfläschchen verabreicht, entfalten die Abbauprodukte des Zuckers im Mund der Kinder eine zerstörerische Wirkung.
Unverzichtbar ist der Gebrauch von desinfizierenden Mundspülungen und vor allem von Zahnseide. Zahnseide deshalb, da Karies zu 80 Prozent seinen Ausgangspunkt zwischen den Zähnen, an den Kontaktflächen, hat. Den richtigen Gebrauch der Zahnseide übt man am besten mit dem/der Mundhygieneassistenten/- in des Zahnarztes.
Ein wichtiger Teil unserer Mundhygiene ist aber auch die Pflege unserer Zunge. Gerade durch den sich dort oft bildenden Belag wird die Bakterienbildung gefördert. Ein oft äußerst unangenehmer Mundgeruch ist die Folge. Musste man diesen Belag früher mit einem Löffel oder einer Zahnbürste mühsam entfernen, so stehen uns jetzt professionelle Hilfsmittel zur Verfügung, die weitaus effizienter und angenehmer sind.
Eine richtige, ausgewogene Ernährung ist für die Vorbeugung von Krankheiten der Zähne und des Zahnhalteapparates unverzichtbar. In vielen Lebensmitteln finden wir Stoffe, die auf natürlichem Weg unsere Zähne schützen. Dazu zählen Lebensmittel wie Avocados, Äpfel, rohe Zwiebeln, Käse oder Lakritze. Dies sind vor allem Nahrungsmittel mit einem entsprechend hohen Gehalt an Vitamin C und D sowie an Mineralstoffen. Zu diesen zählt im Übrigen auch grüner Tee.