"Das ist so geil!"

“Wir rasten aus!” BVB-Legende auf Edi Fingers Spuren

Sport
10.04.2013 11:10
Edi Fingers "I werd' narrisch" ist legendär. Spätestens seit Dienstagabend hat auch Deutschland seinen "Edi": Der hört auf den Namen Norbert Dickel, hielt für Borussia Dortmund einst seine Knochen hin, ist eine schwarz-gelbe Kultfigur und dürfte als nunmehriger BVB-Netradio-Kommentator und Stadionsprecher beim CL-Thriller gegen Malaga (3:2) nur knapp dem Herzinfarkt entgangen sein. "Wir rasten aus, das ist so geil", brüllten er und Co-Kommentator Danny Fritz ins Mikro.

"Wir singen Nobby, Nobby, Nobby Dickel - ein jeder kennt ihn, den Held von Berlin", huldigen die BVB-Supporter regelmäßig ihrem Liebling. Mit seinem Doppelpack im DFB-Pokalfinale 1989 in Berlin erballerte sich Dickel den Legendenstatus. Heute heizt er als Stadionsprecher der berüchtigten Südtribüne im Signal-Iduna-Park ein, brilliert nebenbei auch noch als BVB-Netradio-Kommentator.

"Jetzt kommt das Wunder"
In dieser Funktion lief Dickel gemeinsam mit Fritz beim unglaublichen 3:2-Krimi seiner Borussen gegen Malaga im Champions-League-Viertelfinale wieder einmal zur verbalen Höchstform auf. Und profilierte sich sogar als Hellseher. Kaum hatte Marco Reus in der 91. Minute das 2:2 erzielt, orakelte das Duo: "Jetzt kommt das Wunder von Dortmund."

Den Originalkommentar zum 3:2 können Sie hier nachhören!

"Mach ihn rein!"
Die beiden sollten recht behalten. Eineinhalb Minuten später drückte Felipe Santana das Leder zum 3:2 über die Linie. Dortmunds Aufstieg ins Halbfinale war perfekt. Und um die ohnehin sehr schwach ausgeprägte journalistische Objektivität von Dickel und Fritz war es endgültig geschehen, sie flippten völlig aus, die Stimme überschlug sich mehrmals.

O-Ton: "Lewandowski jetzt mit der Flanke in die Mitte, die kommt nicht schlecht. Schieber, Reus, Reus in die Mitte, mach ihn rein! Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tooooooooooor für Borussia Dortmund. 3:2! Wir rasten alle aus!"

Edi lässt grüßen
Ob da wohl ein begründeter Plagiatsverdacht vorliegt? Immerhin hatte sich der legendäre Edi Finger 1978 beim "Wunder von Cordoba" mit ganz ähnlichen Worten in die Herzen der österreichischen Radio-Nation gebrüllt. Und noch eine Parallele lässt sich zu Fingers Kommentar von 1978 ziehen: Der jubelte damals nach dem Abpfiff: "Und jetzt ist's aus, Ende, Schluss, vorbei!" Gut 35 Jahre später hieß es in ähnlicher Stimmlage und mit ähnlichen Worten: "Es ist vorbei! Es ist vorbei! Der geilste Klub der Welt steht im Champions-League-Halbfinale!"

Auch das wird "Nobby" wieder für das BVB-Netradio kommentieren - wenn sich seine Stimmbänder bis dahin schon regeneriert haben.

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