Schiri Sündenbock

Schweden hadern: ‘Hätten zwei Elfer bekommen müssen’

Sport
08.06.2013 14:51
Schweden bangt nach der 1:2-Niederlage in Wien gegen Österreich um die Teilnahme an der Fußball-WM 2014 in Brasilien. "Das war ein echter Schlag in den Magen. Schweden ringt nach Luft. Jetzt hat das Team das Messer an der Kehle", resümierte die schwedische Zeitung "Aftonbladet". Die Wut der Schweden richtete sich nach dem Schlusspfiff im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion vor allem gegen einen Mann: Schiedsrichter Gianluca Rocchi.

Dem Italiener wurden in den schwedischen Medien prompt seine angeblichen Verwicklungen in den italienischen Wettskandal aus dem Jahr 2006 an den Kopf geworfen. "Wir hätten zwei Elfmeter bekommen müssen", ärgerte sich Superstar Zlatan Ibrahimovic.

Hätte in 94. Minute Elfmeter gepfiffen werden müssen?
Vor allem die Szene in der 94. Minute, als Franz Schiemer Andreas Granqvist zu Fall brachte, lag den Skandinaviern ordentlich im Magen. Granqvist, der sein Geld bei Genoa in Italien verdient, konnte es kaum fassen: "In Italien hätte er von zehn Mal zehn Mal Elfmeter gepfiffen. Er hat mich zu 100 Prozent auf meinem rechten Bein getroffen." Teamkollege Sebastian Larsson formulierte es noch drastischer: "Die Österreicher hätten uns mit einer Axt umschneiden können, und es hätte trotzdem keinen Elfmeter gegeben."

Teamchef Erik Hamren äußerte sich ein wenig zurückhaltender. "Ich denke, wir hatten unterschiedliche Ansichten." Mit dem Auftreten seiner Truppe war Hamren durchaus zufrieden. "Die Leistung war 75 Minuten lang sehr gut. Unser Wille und unsere Moral nach der Pause zeigt den Stolz dieser Mannschaft."

Zeitung: "Österreich war gar nicht besonders gut"
Abgesehen von der Schiedsrichterleistung befand die Zeitung "Svenska Dagbladet" die Darbietung der Schweden als ernüchternd. "Das Schlimmste an der Niederlage in Wien war, dass Österreich nicht einmal besonders gut war", urteilte das Blatt. Kritik gab es vor allem an den Innenverteidigern Jonas Olsson und Granqvist, die bei den Treffern in ihren Aktionen gegen Martin Harnik und Marc Janko "tödliche Fehler" begangen hätten.

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