Prügel für Barca

Pique zu Bayerns Gala: “Sie haben uns weggefegt”

Sport
24.04.2013 10:09
Wie geprügelte Hunde sind die Barcelona-Stars am Dienstag vom Rasen der Münchner Allianz-Arena geschlichen. Über vier Jahre lang galten Lionel Messi und Co. als Maß aller Dinge im Weltfußball, beim 0:4 im Semifinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Bayern aber machten sie eine seltene Erfahrung - jene der totalen Unterlegenheit. Verteidiger Gerard Pique fasste die Dominanz der Bayern treffend zusammen und sagte: "Sie waren besser und schneller. Sie haben uns weggefegt!"

"Wir werden versuchen, im Rückspiel die Wende zu schaffen und die Fans nicht zu enttäuschen. Wir sollten uns nicht über den Schiedsrichter beschweren, das ist keine Entschuldigung", so Pique weiter. "Wenn der Gegner besser ist, kann man nur gratulieren. Dieser FC Bayern ist die stärkste Mannschaft, gegen die ich seit langer Zeit gespielt habe", gestand auch Dani Alves.

Bayern für Messi "in allen Belangen besser"
Sogar Messi musste die Überlegenheit der Deutschen anerkennen. "Die Bayern waren in allen Belangen besser als wir", erklärte der vierfache Weltfußballer, der sich aufgrund seiner offensichtlich noch nicht ausgeheilten Muskelverletzung über den Platz schleppte und von David Alaba und Co. mühelos aus dem Spiel genommen wurde.

Warum Messi überhaupt eingesetzt wurde, ließ Barcelonas Co-Trainer Jordi Roura offen. "Er hat große Anstrengungen unternommen, um überhaupt mitspielen zu können. Mehr war nicht möglich", erklärte der Assistent von Tito Vilanova.

Schwacher Schiri keine Ausrede für Barcelona
Nicht nur die mangelnde Fitness des Argentiniers, auch der ungarische Schiedsrichter Viktor Kassai spielte den Bayern in die Karten, indem er zumindest zwei irreguläre Tore anerkannte. Als Ausrede für das Debakel wollten die Katalanen die Leistung des Referees aber nicht gelten lassen. "Das ist keine Entschuldigung. Die Bayern waren besser, und wir müssen gratulieren", sagte Xavi.

Kritik an Kassai deutete nur Roura an. "Wir hatten in dieser Champions-League-Saison schon vorher mit Fehlentscheidungen zu kämpfen, und beim einen oder anderen Bayern-Treffer hätte er pfeifen können. Doch wir sollten uns dahinter nicht verstecken, der Gegner war uns überlegen." An eine Wende im Rückspiel am 1. Mai kann Roura nicht ganz glauben. "Wunder sind nur schwer zu realisieren. Wir möchten den Verein auf alle Fälle würdevoll vertreten, werden kämpfen und hoffen, dass der Schiedsrichter nicht wieder so gegen uns pfeift."

Kaum noch Hoffnung fürs Rückspiel
Selbst bei den Durchhalteparolen seiner Spieler schwang wenig Überzeugung mit. "Auch wenn es fast unmöglich ist, werden wir es versuchen. 90 Minuten im Camp Nou können lang sein", meinte Alves. "Es wird schwierig, aber wir werden alles geben", versprach Messi. Noch mehr Resignation klang bei Xavi durch. "Wir werden es zumindest versuchen, immerhin geht es auch um unsere Ehre."

Heynckes bemüht sich um Sachlichkeit
Während bei den Katalanen Katerstimmung herrscht, schwimmen die Münchner klarerweise auf einer Welle der Euphorie, die sogar die Steuer-Turbulenzen um Präsident Hoeneß in den Hintergrund drängt (siehe Infobox). Lediglich Trainer Jupp Heynckes gab sich betont sachlich. "Entscheidend war unsere Grundordnung und taktische Disziplin, vor allem in der Defensive. Alle waren bereit, viel nach hinten zu arbeiten. Barcelona ist nach wie vor eine Ausnahmemannschaft, deswegen ist dieser Sieg umso höher zu bewerten. Das war eine grandiose Leistung."

Zu den zumindest zwei irregulären Bayern-Treffern wollte sich der Coach nicht groß äußern. "Es ist schwierig, das vom Trainerstuhl aus zu beurteilen", sagte der frühere Real-Madrid-Betreuer und ergänzte: "Die Schiedsrichter-Leistung hat das Ergebnis aber überhaupt nicht beeinflusst."

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