Außer Rand und Band

Kärnten: Verletzte bei Randalen von FC-Köln-Hooligans

Fußball
27.07.2010 09:42
Fans des 1. FC Köln haben am Montagabend nach der 1:2-Testspielniederlage gegen den französischen Klub RC Lens erneut im Oberkärntner Bezirk Hermagor randaliert. Auskünften des Landespolizeikommandos Kärnten zufolge wurden bei einem Zwischenfall in einem Lokal in Tröpolach vier Personen verletzt, davon eine schwer. Die Fans des deutschen Bundesliga-Vereins sind laut Polizei gegen 23 Uhr in die Gaststube gekommen und haben wort- und grundlos die Prügelei begonnen.

Das schwer verletzte Opfer ist der Mann der ORF-Journalistin Sonja Sagmeister, der einen Nasenbruch und Prellungen am ganzen Körper erlitten hat und im Landeskrankenhaus Villach behandelt werden musste. Sechs bis sieben Hooligans waren bei der Prügelei beteiligt. Die Haupttäter sind 25 bzw. 33 Jahre alt, arbeiten als Lagerist bzw. Bibliothekar und stammen aus Köln. Sie haben einen Eisentisch auf den Mann geschoben und mit Stühlen und Biergläsern auf ihn eingeschlagen, sagte Sagmeister am Dienstag. Laut weiteren Zeugenaussagen waren die Männer offenbar bewusst darauf aus, Menschen zu verletzen.

Laut Sagmeister wurden die beiden mutmaßlichen Täter in einer Pension gestellt und identifiziert. Nach Polizeiinformationen wurden in die Justizanstalt Klagenfurt eingeliefert und müssen sich dort auch wegen weiterer, kleinerer Delikte verantworten. Den übrigen Beteiligten blieb die Untersuchungshaft erspart. Sie durften noch am Dienstag die Heimreise antreten.

Fünf Lokale verwüstet
Unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter berichtete Sagmeister weiter, dass es in den vergangenen Tagen bei Übergriffen der "Ultras" 20 bis 30 Verletzte gegeben habe. Fünf Lokale in Hermagor seien verwüstet worden.

Immer wieder Probleme mit den Fans
Die Kölner Fans haben in der Vergangenheit schon öfter Probleme bereitet: Im Dezember 2009 kam es beim Auswärtsmatch gegen VfL Bochum zu Ausschreitungen, im März wurde der Verein wegen erneuter Schlägereien von der Bundesliga bestraft. Die Anhänger durften zum Spiel in Hoffenheim nicht mitreisen, der Klub musste den Hoffenheimern die deshalb nicht verkauften Karten bezahlen.

Rauferei auch auf dem Spielfeld
Aber nicht nur abseits des Spielfelds, sondern auch auf dem Platz ging es am Montag recht ruppig zur Sache. Im Match gegen Lens gerieten in der 31. Minute der Kölner Kevin McKenna und sein Gegenspieler Alaidine Yahia bei einem Eckball aneinander. Nach Handgreiflichkeiten wurden beide Spieler vom Schiedsrichter vorzeitig unter die Dusche geschickt. McKenna meinte danach: "Er hat mir mitten ins Gesicht gespuckt. So etwas habe ich noch nicht erlebt!"

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