Pünktlich mit dem Anpfiff um 18 Uhr sorgte ein Gewitter samt sintflutartigen Regenfällen dafür, dass die Fans zuerst in den ersten Reihen und dann im gesamten Stadion in die Innenräume flüchten mussten. In der fünften Minute wurde das Unwetter dann so heftig, dass der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers die Spieler aus Sicherheitsgründen vom Platz schickte und das Match unterbrach.
Das Spielfeld verwandelte sich innerhalb kürzester Zeit in einen See, nur die wagemutigsten Zuschauer vergnügten sich noch in den Wassermassen auf den Rängen. Die Stadionmitarbeiter leisteten dann unter Hochdruck gute Arbeit, und gegen 19 Uhr konnte das Match erneut angepfiffen werden.
"Zweite" erste Halbzeit voller Elan
Trotz der langen Unterbrechung gingen die Spieler sehr konzentriert und durchaus mit Elan den zweiten Abschnitt der ersten Halbzeit an. In der 18. Minute erzielte Menez nach perfekter Vorarbeit von Franck Ribery das vermeintliche 1:0 der Franzosen, das Tor zählte aber wegen klarer Abseitsstellung nicht. Die erste Riesenchance der Gastgeber hatte Andrij Jarmolenko in der 25. Minute: Ein Weitschuss des Ukrainers zog um Millimeter an der Außenstange des französischen Tors vorbei.
Danach gab es Torchancen beinahe im Minutentakt, vorerst mit einem klaren Überhang für Frankreich. Menez (25.) und Karim Benzema (28.) scheiterten allerdings an Torhüter Andrij Pjatow. Andrej Schewtschenko, der sich mit seinen beiden Toren im Auftaktmatch gegen Schweden in der Ukraine endgültig zum großen Helden gemacht hatte, kam in der 34. Minute zu seiner ersten Chance, Frankreichs Schlussmann Hugo Lloris hatte mit dem aus spitzem Winkel abgefeuerten Ball aber kein Problem.
"Les Bleus" wurden danach allerdings in ihre eigene Hälfte gedrängt, die Blau-Gelben kamen zu einer Möglichkeit nach der anderen. Erst Philippe Mexes gab nach einem Freistoß per Kopf den nächsten Schuss auf das Tor der Ukraine ab (38.). In den letzten Minuten der ersten Halbzeit ließ das berauschende Match dann an Tempo nach, mit 0:0 ging es in die Kabinen.
Doppelschlag bringt die Entscheidung
Das Spiel begann dann ähnlich schwungvoll wie die ersten 45. Minuten. Ein Doppelschlag durch Menez (53.) und Cabaye (56.) brachte die Franzosen rasch mit 2:0 in Führung. Die Ukraine war nun kurzfristig völlig von der Rolle und musste einen Angriff nach dem anderen abwehren. "Les Bleus" beschränkten sich auf simple Spielkontrolle, das Tempo der Partie sank rapide ab. Am ehesten gefährlich wurde es noch in der 82. Minute, als Oleksandr Aliyev einen Freistoß über das Tor von Lloris jagte.
Die Ukraine muss nun im letzten Spiel gegen England einen Sieg holen, um ins Viertelfinale aufsteigen zu können. Frankreich blieb im 23. Spiel in Folge ungeschlagen und startet aus guter Position in die letzte Runde.
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