"Judas" statt Held

Fan-Wut auf Götze: “Du hast deine Seele verkauft”

Sport
24.04.2013 16:55
Nach der Bekanntgabe seines Wechsels von Dortmund zu Bayern im Sommer ist der einstige Liebling der Borussia plötzlich das größte Feindbild der schwarz-gelben Anhänger. Im Internet hageln dem 20-jährigen Stürmerstar derzeit die schlimmsten Drohungen und Schimpfkanonaden entgegen.

Die Entrüstung im Fall Mario Götze nimmt fast schon Ausmaße wie einst bei Luis Figo an. Als der Portugiese im Sommer 2000 von Barcelona ausgerechnet zum Erzrivalen Real Madrid wechselte, hagelte es Morddrohungen gegen ihn. Er wurde als "Judas" abgestempelt und selbst zwei Jahre später bei einem Auswärtsmatch mit Real in Barcelona noch mit einem Schweinskopf beworfen.

Muss Götze, wenn er mit Bayern einmal in Dortmunds Signal-Iduna-Park zurückkehrt, ebenfalls vor fliegenden Tierkörperteilen in Deckung gehen? Zumindest die Entrüstung im Internet ist bereits ähnlich groß. 

Stündlich 7.000 Fans weg
Pro Stunde verliert der 20-Jährige rund 7.000 Anhänger auf seiner Facebook-Seite. BVB-Fans lassen ihrer Entrüstung freien Lauf. "Dass man es geschafft hat, innerhalb von Sekunden Menschen, die einen verehrt haben, dazu zu bringen, einen zu hassen? Erbärmlich, widerwärtig und ekelerregend", schreibt ein User.

"Du hast deine Seele verkauft", wütet ein anderer. Auszüge, die aber noch zu den harmloseren Verunglimpfungen gehören. Das frühere Borussia-Liebkind, das im Sommer für 37 Millionen Euro zu den Bayern wechselt, wird mit Schmähungen und Schimpfnamen verschiedenster Art belegt. Auch bei ihm privat sollen zahlreiche Drohungen eingelangt sein. 

Bei den Bayern ist hingegen die Vorfreude auf Götze, der seit Jahren als Deutschlands neues Wunderkind gefeiert wird, groß. "Das ist ein Spieler, den wir natürlich seit langer Zeit beobachten und er ist einer der besten deutschen Spieler", freut sich Bayerns Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge auf sein Kommen.

Muss Robben gehen?
Die große Frage ist nun, wer bei den Münchnern dem Neuzugang zum Opfer fallen wird. Mit einem Abgang von Mario Gomez wird ohnehin schon lange spekuliert. Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld hat einen anderen Favoriten: "Ich glaube, dass Robben eher nicht hineinpasst. Ich rechne damit, dass er die Bayern im Sommer verlässt."

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