"Der Fehler ist passiert, das muss man ihm ankreiden. Was ich nicht gut finde, ist, dass das Publikum ihn dann auspfeift. Er ist Torhüter der Nationalmannschaft, hat in den letzen Jahren hervorragende Leistungen gebracht", verteidigte Löw seine unumstrittene Nummer eins. "Wenn er einen Fehler gemacht hat, muss man nicht die ganze Zeit pfeifen. Dass er für den Rest des Spiels durch das Publikum mit Ironie begleitet wird, finde ich unsportlich", sagte der 53-Jährige.
Zahlreiche Fans hatten nach Neuers Fehler bei seinen Ballkontakten gepfiffen und bei gelungenen Aktionen hämisch geklatscht. Ein weiteres Länderspiel in Nürnberg wird sich der DFB in naher Zukunft wohl sparen.
Neuer: "Klarer Fehler von mir"
Der Bayern-München-Tormann hätte natürlich gerne mit einem besseren Gefühl in seinen 27. Geburtstag am Mittwoch hineingefeiert. So stand er aber nach seinem Geschenk für die Kasachen kurz vor Mitternacht vor Kameras und Mikrofonen und musste den Aussetzer erklären. "Das war ein klarer Fehler von mir. Es wäre besser, wenn ich es nicht spielerisch gelöst, sondern den Ball irgendwo hingeschlagen hätte, aber es ist so, und ich kann es nicht ändern", sagte Neuer.
Löw verlangt von seinen Torhütern die mutige Spieleröffnung. Und sie ist eigentlich Neuers Spezialität. Dass er kurz nach der Pause einen Gegenspieler übersah, den Ball vertändelte und Heinrich Schmidtgal einschieben konnte, ist Neuers persönliches Berufsrisiko. Er patzt selten, aber stets spektakulär. "Manuel Neuer soll, wenn er Anspielmöglichkeiten hat, versuchen, den Ball herauszuspielen", sagte Löw. Seinen Stil solle er "auf keinen Fall ändern".
"Gehört hab ich's, abstellen kann ich's nicht"
Auf die Reaktion der Fans wollte Neuer nicht eingehen. "Dazu möchte ich gar nichts sagen. Das bleibt jedem selbst überlassen. Gehört habe ich es, abstellen kann ich es nicht", sagte er, wohlwissend, dass die Antipathie auch einen Franken-Faktor hatte. Als Münchner ist auch ein Ex-Schalker in Nürnberg nicht beliebt. Kapitän Philipp Lahm, ein Bayern-Akteur, fand die Reaktionen unpassend: "Das ist nicht schön und fehl am Platze."
Für die positiven Storys sorgte diesmal der Borussia-Dortmund-Block im DFB-Team. Alle vier Tore von Marco Reus (23., 90.), Mario Götze (27.) und Ilkay Gündogan (32.) gingen auf dieses Konto.
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