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Austria muss den Sack im Rückspiel nur noch zumachen

30.07.2010, 12:12
Austria muss den Sack im Rückspiel nur noch zumachen
Diese Aufgabe sollte nur noch Formsache sein. Dank eines überzeugenden 3:1- Auswärtserfolgs am Donnerstag gegen Ruch Chorzow kann die Wiener Austria in der Europa- League- Qualifikation bereits für die nächste Runde planen. "Besser könnte das Resultat kaum ausfallen", sagte ein ob der Ausgangssituation zufriedener Trainer Karl Daxbacher. Am kommenden Donnerstag im Horr- Stadion dürfte eigentlich nichts mehr passieren.

Knapp fünf Jahre hatte die Austria in der Ferne auf ein internationales Erfolgserlebnis warten müssen - nun schlugen die Favoritner gleich im Doppelpack zu. Sieben Tage nach dem Zittersieg in Siroki Brijeg überzeugten die Violetten in Polen aber mit einer starken Vorstellung. Spielstark und mit gepflegtem Kombinationsspiel ließ sich Österreichs Vizemeister auch von einem frühen Rückstand nicht beirren. Nach dem Weckruf durch Michal Pulkowski bereits in der vierten Minute starteten die nun bereits bei 17 Pflichtspielen ohne Niederlage haltenden Wiener durch.

Roland Linz (7.) postwendend nach Ruchs Führung mit seinem fünften Tor im fünften Saisonspiel und Peter Hlinka (43.) brachten bereits vor dem Pausenpfiff die Wende. Tomas Jun (73.) sorgte schließlich dafür, dass die Stimmung im violetten Lager nach dem Schlusspfiff im baufälligen Miejski- Stadion prächtig war. Drei Auswärtstore im Europacup, das hatte es zuletzt im Herbst 2004 ebenfalls in Polen, beim 3:1 gegen Legia Warschau, gegeben.

Daxbacher sehr zufrieden

Überrascht vom ungewohnt souveränen Erfolg schien sogar Coach Daxbacher. "Unser Respekt war vor dem Spiel groß. Aber man hat gesehen, dass wir die bessere Mannschaft sind", meinte der 57- Jährige. Nach einem der wohl entspannendsten seiner nun 101 Spiele auf der Austria- Trainerbank durfte Daxbacher trotz des schlechten Starts in die Partie mit dem Gesehenen sehr zufrieden sein. "Wie wir kombinieren und phasenweise Fußball spielen ist schon sehr in Ordnung." Ruchs Trainer Waldemar Fornalik sagte trocken: "Man konnte offensichtlich sehen, dass Austrias Team besser ist als wir."

Beeindruckend war vor allem, wie die Austria auf den Rückstand reagierte. Nicht nur die Traumkombination zum 1:1 über Zlatko Junuzovic und Vollstrecker Linz bot den mitgereisten Fans etwas fürs Auge. Gegen Polens Liga- Dritten zeigte die violette Elf vor allem mit spielerischen Mitteln auf. Und die Abwehr um Aleksandar Dragovic ließ kaum Chancen von Chorzow zu. "Wir sind eine Einheit geworden, das hat sich schon im Frühjahr herauskristallisiert. Wir sind spielerisch extrem stark, jeder Gegner tut sich schwer gegen uns", erklärte Junuzovic das Erfolgsrezept.

Junuzovic im Rückspiel gesperrt

Dass der Dauerläufer im Austria- Mittelfeld im Rückspiel nach der zweiten Gelben Karte im Bewerb gesperrt ist, sollte nicht mehr ins Gewicht fallen. "Beim Heimspiel wird nicht viel anbrennen", meinte auch Junuzovic, den der in Polen gesperrte Julian Baumgartlinger ersetzen könnte. Mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in der Meisterschaft könnten auch angeschlagene Spieler wie Tomas Jun geschont werden.

Trotzdem darf die Austria die Partie im Horr- Stadion nicht auf die leichte Schulter nehmen. "Wir sollten uns schon noch einmal reinhauen", meinte Kapitän Linz, der sein persönliches Torkonto in Oberschlesien auf drei Treffer hinaufschraubte und nach dem Spiel begehrtestes Ziel der polnischen Reporter war. Treffend war auch das Resümee des Stürmers: "Wenn wir das noch hergeben, dann verdienen wir den Aufstieg eh nicht."

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