Der polnische Innenminister Jacek Cichocki nannte die Äußerungen am Donnerstag "verantwortungslos". "Das würde ja heißen, dass Gewalt gegen andere Menschen erlaubt ist", kritisierte er das Lob für die Hooligans. Bei den Zusammenstößen waren 20 Menschen zum Teil schwer verletzt worden, unter ihnen auch Polizisten (Bericht in der Infobox).
Vor der EM- Begegnung zwischen Co- Gastgeber Polen und Russland (1:1) am russischen Unabhängigkeitstag waren mehrere Tausend Russen unter massivem Polizeischutz gemeinsam zum Stadion gezogen. Hooligans lauerten ihnen auf und suchten während des Marsches wiederholt mit Hassparolen und Attacken die Gewalt. Auch nach dem Spiel kam es zu nächtlichen Straßenschlachten zwischen Hooligans beider Länder.
Maciejowski, der als Mitglied der nationalkonservativen Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit im Rat sitzt, hatte in der Vergangenheit bereits öfter mit markigen Parolen für Aufsehen gesorgt. Während der EM ist er als Freiwilliger in der Nähe des Warschauer Nationalstadions im Einsatz - und soll dort vor allem die Polizei bei Verständigungsproblemen mit ausländischen Fans unterstützen.
Indes hat sich der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski am Donnerstagabend für schärfere Strafen gegen Hooligans ausgesprochen. "Dies ist ein Moment, in dem der polnische Staat schärfere Strafen anwenden sollte, um die Polen von dem Risiko zu befreien, dass Sportereignisse verdorben werden", sagte er in einem Interview mit dem Nachrichtensender TVN 24 und setzt damit auf die abschreckende Wirkung solcher Sanktionen. Auch Sportministerin Joanna Mucha hatte zuvor härtere Strafen für Hooligans gefordert.
Zuvor waren acht Hooligans nach den Ausschreitungen vor der EM- Begegnung zwischen Polen und Russland zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden. Bei den Auseinandersetzungen, die auch ein massives Polizeiaufgebot nicht verhindern konnte, waren 20 Menschen verletzt worden. Die Polizei nahm 184 mutmaßliche Gewalttäter fest.
Nach den Krawallen haben die Anhänger des russichen Teams Angst vor weiteren Attacken und wollen Polen nun vorzeitig verlassen. Zahlreiche besorgte Anhänger hätten sich bei der staatlichen weißrussischen Fluggesellschaft Belavia um frühzeitige Rückfluge nach Russland bemüht, sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag nach Angaben der Agentur Interfax. Einige Anhänger seien mit blauen Flecken und Verletzungen in der Vertretung der Airline in Warschau erschienen.