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20.06.2013 - 07:05

Elferpfiffe blieben aus: Kroaten sauer auf Schiri Stark

19.06.2012, 13:59
Elferpfiffe blieben aus: Kroaten sauer auf Schiri Stark (Bild: AP)
Foto: AP
Kroatien hat am Montagabend in Danzig im letzten Spiel der Gruppe C EM- Titelverteidiger Spanien das Leben schwer gemacht. Erst in der 88. Minute erlöste der eingewechselte Jesus Navas die Iberer mit seinem Goldtor zum 1:0- Endstand. Während die Spanier aufatmen, hadert Kroatien vor allem mit der Leistung des deutschen Schiedsrichters Wolfgang Stark, der nach Ansicht der Kroaten zwei klare Elfmeter nicht pfiff.

Für Slaven Bilic (im Bild) war es nach sechs Jahren die letzte Partie als kroatischer Nationaltrainer, denn der 43- Jährige betreut ab Sommer Lok Moskau. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass dies mein letztes Match mit dem Team sein wird. Ich war sicher, dass wir weiterkommen, weil die Spieler phänomenal sind. Uns hat das letzte Quäntchen Glück gefehlt, das den Unterschied ausmacht", meinte Bilic, der sich von Stark um zwei Elfmeter gebracht fühlte und den "Weltmeisterbonus" für Spanien beklagte. "Und auch in kleinen Details hat er den Spaniern immer wieder geholfen", ärgerte sich der 43- Jährige.

Corluka schimpft Stark einen "Blindfisch"

Äußerst hart gingen die kroatischen Medien mit Stark ins Gericht. "Er hat Kroatien rausgeworfen", schrieb am Dienstag "Jutarnji list". Im TV- Sender "Nova" hieß es: "Kroatien ist tapfer und stolz gefallen: Das war eine Schiedsrichter- Ungerechtigkeit." Stark hatte in der 27. Minute ein Foul von Sergio Ramos im Strafraum an Mario Mandzukic nicht geahndet. "Wir sind bestohlen worden. Der Blindfisch hat den Elfer nicht gesehen", schimpfte Verteidiger Vedran Corluka.

Auch Spaniens Teamchef Vicente del Bosque musste zugeben, dass seine Mannschaft schon glanzvollere Leistungen abgeliefert hatte. "Das war kein großes Spiel von uns, und das sollte uns zu denken geben. Die Dinge sind nicht nach Plan gelaufen", kritisierte der Coach. Dennoch war Del Bosque bemüht, das Positive hervorzuheben. "Die Kroaten haben gut gespielt. Sie haben die Räume zugemacht und auf Konter gesetzt, aber wir hatten zumeist die Kontrolle über das Spiel. Wir haben einen Schritt vorwärts gemacht, denn wir haben uns fürs Viertelfinale qualifiziert - und das, obwohl wir keinen guten Tag erwischt haben", betonte der 61- Jährige.

Taktische Probleme bei den Spaniern

Durch die durchwachsene Darbietung flammten die Diskussionen über die Systemfrage bei den Spaniern wieder auf. Fernando Torres, beim 4:0 gegen Irland mit zwei Toren noch der gefeierte Held, enttäuschte gegen Kroatien. In der Schlussphase stellte Del Bosque wieder auf eine Taktik ohne echte Spitze um, und prompt fiel das - vom eingewechselten "falschen Stürmer" Cesc Fabregas eingeleitete - 1:0. "Das ist alles nur eine Glaubensfrage. Wir haben mit Fabregas und mit Torres gut gespielt", betonte Mittelfeld- Star Andres Iniesta.

Diesmal waren allerdings nicht die spanischen Offensiv- Stars um Iniesta die Sieggaranten, sondern Iker Casillas. Der Goalie bewahrte seine Mannschaft bei einer Großchance von Ivan Rakitic nach einer Stunde vor dem Rückstand und damit vor dem möglichen EM- Aus.

geo/AG
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