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Weiterbildung für Jung und Alt

11.06.2008, 11:05
Weiterbildung für Jung und Alt (Bild: Die Wiener Volkshochschulen)
Foto: Die Wiener Volkshochschulen
Die einen lernen, weil sie müssen, die anderen tun es, weil sie wollen. Gerade Schülerinnen und Schüler sehen sich beim Vorbereiten auf den Unterricht oft unter Druck gesetzt, würden sie doch viel lieber spielen oder mit Freunden herumhängen. Das Ziel sollte sein, ihnen früh genug zu vermitteln, dass jede Art von Weiterbildung die Persönlichkeit formt. Hat man erst einmal seine Vorlieben entdeckt und stellen sich dort Lernerfolge ein, kann man das auch auf persönlich weniger interessante Fachgebiete umsetzen, wie z. B. Mathematik für den einen oder Deutsch für den anderen.

Mario Rieder ist Geschäftsführer von "Die Wiener Volkshochschulen", mit zahlreichen Niederlassungen in ganz Wien. Weiterbildung mit hoher Qualität zu sozial verträglichen Preisen lautet hier das Motto. Im Gespräch mit krone.at gibt er Tipps für Weiterbildung für Jung und Alt.

krone.at: Ist es sinnvoll, auch gute Schüler über die Ferien in einen Lernkurs zu schicken, damit sie nicht "aus der Übung" kommen?

Rieder: Grundsätzlich ist es beim Lernen immer sinnvoll, am Ball zu bleiben. Man kommt dadurch nicht aus der Übung, festigt vorhandenes Wissen und lernt Neues dazu. Besonders günstig ist es, wenn nicht die Eltern alleine darüber entscheiden, wie das Lernprogramm im Sommer aussehen soll. Schülerinnen und Schüler, die über das Lernprogramm im Sommer aktiv mitentscheiden, sind meist fürs Lernen besser motiviert.

krone.at: Nachhilfe das ganze Jahr über oder nur, wenn es nötig ist?

Rieder: Kontinuierliches Lernen ist immer besser als kurzfristiges Büffeln. Nachhilfe als "dauernder Begleiter" ist dann ratsam, wenn in der Schule die Kontinuität nicht gewährleistet ist. Jedoch ist es auch wichtig, darauf zu achten, dass immer ausreichend Pausen zur Erholung und zum Abschalten gegeben sind.

krone.at: Welche Gegenstände werden für Schülernachhilfe geboten?

Rieder: Wir bieten für alle Schultypen und Schulstufen geeignete Nachhilfe an. Grundschulfächer genauso wie Spezialfächer. Das reicht von Englisch, Mathematik, Deutsch, Französisch, Italienisch, Latein, Physik, EDV und Textverarbeitung, Russisch, Spanisch, Buchhaltung/Rechungswesen bis hin zur AHS- Vorbereitung.

krone.at: Was versteht man unter "Vorbereitungskursen für die AHS"? Wer ist die Zielgruppe dafür, was wird da unterrichtet?

Rieder: Vorbereitungskurse für die AHS haben das Ziel, den Schritt von der Volksschule in die AHS erfolgreich zu gestalten. Schülerinnen und Schüler, die von der Volksschule in die AHS wechseln, wiederholen und vertiefen die Kompetenzen aus der Volksschule wie Rechnen, Deutsch und etwas Englisch, um in der AHS leichter Fuß fassen zu können. Aber auch die Einstellung auf eine "Neue Situation" durch eine Vielzahl von Lehrern, erhöhter Selbstständigkeit und geschwinderes Arbeiten wird angesprochen.

krone.at: Was für Qualifikationen müssen die Trainer für  Nachhilfeangebote mitbringen?

Rieder: Fach- und altersgerechte Methodenkompetenz und Erfahrung sind uns für die Auswahl der Unterrichtenden wichtig.

krone.at: Was versteht man unter einem Lerntechnikseminar?

Rieder: Lerntechnik ist mehr als eine Technik. In Lerntechnik- Seminaren wird vermittelt, wie man die unterschiedlichen Theorien des Lernens sinnvoll umsetzen kann. Für die Schüler sind solche Tipps und Tricks zum Lernen meistens hilfreich.

krone.at: Gibt es solche Seminare auch für Eltern, die ihren Nachwuchs im Alltag fördern möchten?

Rieder: Es gibt Elternbildungskurse, bei denen es darum geht, das Verständnis der Eltern für das kindliche bzw. jugendliche Lernen zu fördern. Meistens wird bei solchen Kursen auf die jeweils konkrete Situation der Eltern eingegangen.

krone.at: Man lernt ja nie aus - gibt es einen Trend zur Weiterbildung bei Erwachsenen?

Rieder: Ja, absolut. Zum einen fördert die Öffnung der EU das vermehrte Interesse an Sprachen. Auch immer mehr junge Menschen besuchen berufsorientierte Kurse und holen schulische Abschlüsse nach. Zum anderen werden die Bereiche Gesundheit und Bewegung, Kunst und kreatives Gestalten als Ausgleich zum stressigen Berufsalltag immer wichtiger.

krone.at: Stichwort Lernen - nicht der Weiterbildung wegen, sondern wegen persönlicher Weiterentwicklung. Ist das eher etwas für Erwachsene oder auch schon für Kinder/Jugendliche?

Rieder: Lernen steht generell für Veränderung und Weiterentwicklung. Und das hat immer etwas mit der Persönlichkeitsentwicklung zu tun. Das trifft sowohl auf Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche zu. Dabei sehen wir einen Trend speziell bei Menschen mit höherem Bildungsniveau, die permanent an sich weiter arbeiten wollen.

krone.at: Kann Lernen für die Schule auch Spaß machen?

Rieder: Ja sicher. Und mehr noch: Lernen funktioniert dann besonders gut, wenn es Spaß macht. Lernen macht besonders dann Spaß, wenn es gelingt, die Lernziele mit den individuellen Zielen abzustimmen. Auch das gilt für Alt und Jung.

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