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20.09.2014 - 22:01

So schafft ihr das Zusammenziehen

05.09.2011, 17:05
So schafft ihr das Zusammenziehen (Bild: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images)
Foto: © 2010 Photos.com, a division of Getty Images
In der Früh gemeinsam aufwachen, gemeinsam frühstücken, abends gemeinsam auf der Couch kuscheln und schließlich auch gemeinsam einschlafen - und das alles Tag für Tag. Viele Paare träumen genau hiervon – vom Zusammenziehen. Doch oft sind die romantischen Vorstellungen von einer gemeinsamen Wohnung wie eine Seifenblase, die spätestens dann platzt, wenn der erste Streit über eine offene Tube Zahnpasta entbrennt. Mit einigen Tipps könnt ihr den Einzug in eure eigenen vier Wände gut vorbereiten – krone.at verrät euch, worauf ihr achten müsst, damit alles klappt.

Der Zeitpunkt für eine gemeinsame Wohnung ist dann gekommen, wenn ihr euch schon einige Zeit kennt und wisst, dass ihr euch aufeinander verlassen könnt. Denn sonst kann es schnell so weit sein, dass die rosarote Brille nach kurzer Zeit des Zusammenwohnens zerbricht. Meist ist der Grund für den Wunsch nach einer gemeinsamen Wohnung der, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Doch bei all den positiven Effekten, die sich durch eine gemeinsame Wohnung ergeben, wie mehr Zeit, Nähe, Vertrautheit, solltet ihr auch bedenken, dass ein geteiltes Zuhause auch jede Menge Konfliktpotenzial in sich birgt und eventuell eine Beziehung ins Wanken bringen kann.

Schließlich werden die persönlichen Rückzugsmöglichkeiten und Freiräume automatisch weniger. Bisher habt ihr euch immer zu ausgewählten Zeiten getroffen. Der andere hatte jeweils Zeit, sich hübsch zu machen, seine Alltagsprobleme für ein paar Stunden zur Seite zu schieben und die Zeit wirklich als Qualitätszeit zu nutzen. Auch kleine Macken wie der Hang zur Unordentlichkeit - oder im Gegenteil manischer Perfektionismus - wurden höchstens am Rand bemerkt.

In einem gemeinsamen Lebensraum gilt es nun, damit fertigzuwerden, dass der vorher perfekte Partner nun eben nicht immer perfekt sein kann: Unfrisiert, ungeschminkt, unrasiert, im Jogginganzug, gestresst nach einem langen Arbeitstag kann man sich nicht mehr immer von der Schokoladenseite zeigen. Und auch Themen wie Ordnung und Sauberkeit bzw. Hausarbeit oder unterschiedliche Tagesrhythmen können zu einer ziemlichen Belastungsprobe werden, besonders wenn beide Partner dies nicht unbedingt im selben Ausmaß für wichtig erachten. Und spätestens wenn einer immer hinter dem anderen herräumen muss und zum zehnten Mal vergammelte Teller im gesamten Haushalt einsammelt, wird es kritisch.

Bevor ihr daher zusammenzieht, solltet ihr euch über gewisse Themen unterhalten. Wer versteht was unter Ordnung? Wie werden dementsprechend die Aufgaben im Haushalt verteilt? Das heißt: Wer kocht, wie wird die Putzarbeit verteilt und wer geht einkaufen? Optimalerweise hat keiner von euch beiden eine Aversion gegen einen der Bereiche und ihr könnt alles gemeinsam erledigen. Ansonsten sind Kompromisse angesagt: Sie geht einkaufen und kocht, er saugt Staub und putzt. Ihr solltet bei der Aufteilung der Aufgaben darauf achten, dass ihr in puncto aufzuwendende Zeit relativ fair seid, denn sonst gibt es schnell das Thema "Ich mache ja viel mehr als du!".

Rückzug und Freiräume

Bei der Auswahl einer geeigneten Wohnung solltet ihr darauf achten, dass diese auch einen Raum für Rückzug bietet. Denn klebt ihr ständig aneinander, wird ein Streit schnell zu einer kleinen Katastrophe. Auch braucht jeder nach wie vor seine Hobbys und Zeit mit seinen Freunden. Allein durch das Zusammenziehen sollte keine Einschränkung in dieser Richtung passieren. Auch sollte jeder die Privaträume bzw. Privatzeiten des anderen akzeptieren und sich nicht darin einmischen – denn kaum etwas ist anstrengender, als auch hier ständig Kompromisse eingehen zu müssen. Wenn dein Partner beispielsweise eher unordentlich ist, dann sollte für die gemeinsamen Bereiche der Wohnung ein gewisses Niveau an Ordnung eingehalten werden. In seinen Bereichen sollte es dir dafür dann egal sein, wie es aussieht – zumindest hier soll er sich ausleben dürfen.

Finanzielles

Zusammenziehen bedeutet in der Regel eine finanzielle Entlastung: keine zwei Mieten, kein Pendeln mehr. Dennoch solltet ihr im Vorfeld klären, wie ihr mit gemeinsamen Ausgaben verfahren wollt. Von einem gemeinsamen Haushaltskonto ist im ersten Schritt eher abzuraten. Sollte doch etwas schiefgehen, dann ist es sehr mühsam, alle Zahlungen wieder auseinanderzudividieren und das Konto aufzulösen. Besser ist es, ein Partner trägt die gemeinsamen Ausgaben und verrechnet diese anteilig weiter. Man kann dies beispielsweise so handhaben, dass vierzehntägig oder einmal pro Monat die Kosten überwiesen werden.

Generell empfiehlt es sich, alle Ausgaben streng 50:50 zu teilen, denn sonst gibt es im Fall der Trennung schnell die Situation, dass ein Partner meint, viel mehr bezahlt zu haben. Ebenso sollte von Anfang an geklärt werden, wie mit der Wohnung und der Einrichtung bzw. den damit angefallenen Kosten im Fall der Trennung verfahren wird – so erspart ihr euch im Fall des Falles viele Probleme.

Erst wenn alle Fragen geklärt sind und ihr wisst, wie ihr mit der neuen Situation umgehen könnt, solltet ihr euch auf die Suche nach einer neuen Wohnung begeben. Besichtigt viele Wohnungen, um herauszufinden, was euch beiden zusagt, und einigt euch im Vorfeld, welche Punkte auf jeden Fall gegeben sein müssen: Öffentliche Anbindung, hell, Balkon, Badewanne, Größe – wenn einer von euch beiden hier zurückstecken muss, dann sind Streitigkeiten programmiert.

Ist die Traumwohnung gefunden, gilt es auch bei der Einrichtung Kompromisse zu finden. Gehen hier die Geschmäcker weit auseinander, solltet ihr euch raumweise einigen, wie ihr eure Präferenzen unter einen Hut bringt. Ein Stilmix kann auch sehr reizvoll sein. Vorrecht hat jedoch immer derjenige, der den Raum vorrangig benutzen wird. Ist die Wohnung fertig eingerichtet, solltet ihr euch langsam daran gewöhnen, hier nun zu wohnen.

Sanfter Umstieg

Anfangs kann es helfen, tageweise noch in der alten Wohnung zu bleiben, damit der Umstieg von tageweiser Trennung auf ein Zusammensein rund um die Uhr nicht ganz so plötzlich passiert und ihr euch nicht auf die Nerven geht. Viel Verständnis gehört einfach dazu, aber dann wird es dafür so richtig schön!

lhi
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