Virtuelle Bergung

Wissenschaftler holen die Titanic vom Meeresgrund

Wissen
28.07.2010 14:12
Amerikanische Wissenschaftler bergen die Titanic per Mausklick - allerdings nur als 3D-Modell am Computer. Mit neuester Technik wird das Wrack des gesunkenen Ozean-Riesen erstmals vollständig untersucht.

Anders als vorherige Expeditionen will das Team um David Gallo mehr als nur einige Porzellanscherben und Schuhe an die Oberfläche holen. "Zum ersten Mal werden wir der Wrack wie eine archäologische Fundstätte behandeln", so Gallo. "Dabei haben wir zwei Anliegen. Zum einen wollen wir die Geschichte der Titanic vervollständigen und zum anderen wollen wir verstehen, in welchem Zustand sie sich befindet."

Modernste Technik an Bord
Am 18. August wird das Forschungsteam unter der Leitung von David Gallo in See stechen. 20 Tage werden sie mit dem Schiff "RV Jean Charot" unterwegs sein. Mit an Bord die neustes Sonar-, Akustik- und Filmtechnik. Mit Hilfe dreier Tauchboote wollen die Wissenschaftler das 15 Quadratkilometer große Trümmerfeld erstmals kartographieren und ein dreidimensionales Computer-Modell des Schiffes anfertigen. Alle Bilder und Daten sollen am Ende der Expedition der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Zerfällt die Titanic?
"Wir hören alle Geschichten darüber, dass das Schiff wegrostet und in sich zusammenfällt. Aber niemand weiß, wie es wirklich aussieht", erläutert der Expeditionsleiter Gallo die Tauchgänge. Man will feststellen, wie stark Strömung, Salzwasser und der enorme Druck am Meeresgrund dem Schiff zugesetzt haben. Bezahlt wird die Forschungsreise von der Firma RMS Titanic. Sie hält nach wie vor die exklusiven Bergungsrechte am Wrack. "Wir glauben, dass da unten noch eine ganze Reihe wirklich aufregender Geheimnisse schlummern, die darauf warten, entdeckt zu werden", so der Chef der Firma, Chris Davino. Wie teuer die Expedition genau wird, will er nicht verraten. Mehrere Millionen seien es aber schon. 

Die letzte Expedition zur in 3.800 Meter liegenden Titanic wurde 2004 unternommen. Um genauer zu erkennen, wie stark das Schiff tatsächlich in den letzten Jahren verfallen ist, sollen die neuen Bilder mit den Fotos von damals verglichen werden.
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