Grimme Online Award

#Aufschrei: Erste Twitter-Kampagne für Preis nominiert

Web
02.05.2013 15:01
Die Twitter-Kampagne unter dem Schlagwort #Aufschrei ist für den Grimme Online Award nominiert. Mit diesem Hashtag bündelten Nutzerinnen ihren Protest gegen alltäglichen Sexismus. Ausgelöst wurde die Debatte durch den Vorwurf einer Journalistin, der deutsche FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle habe sich ihr gegenüber anzüglich verhalten. Damit hat erstmals ein Hashtag aus dem Onlinenetzwerk Twitter Chancen auf den renommierten Internetpreis.

Insgesamt sind 28 herausragende Onlineangebote für den Grimme Online Award nominiert worden. Im Rennen um acht Auszeichnungen und einen Publikumspreis sind Websites, Blogs, Apps und erstmals auch die persönliche Leistung eines Journalisten.

#Aufschrei als Bürgerbewegung im Netz
#Aufschrei sei nominiert worden, weil sich eine Bürgerbewegung den Kanal Twitter zu Eigen gemacht habe. "Aus dem Netz wanderte das Thema zurück in die etablierten Medien und in die Politik, eine Wirkung, die zuvor noch kein Hashtag in Deutschland hatte", heißt es in der Begründung. Mit einem Rautezeichen versehen, werden Begriffe auf dem Onlinenetzwerk Twitter zu Suchanfragen, die alle Beiträge mit diesem Schlagwort bündeln.

"Die Nominierungen belegen gerade in ihrer Vielfalt und mit ihrem hohen Niveau, welch exzellente Qualität heute im Netz zu finden ist", sagte Grimme-Direktor Uwe Kammann. Die Nominierungskommissionen wählten die 28 Netzangebote aus 1.600 Vorschlägen in den Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial aus.

Auch Politik- und Sportportale in der Endausscheidung
Der Journalist Richard Gutjahr wurde für persönliche Leistungen nominiert, die zur Weiterentwicklung des Internets beigetragen hätten. Die demokratische Gesellschaft profitiere von seinen Analysen, Impulsen und Projekten wie der "Rundshow" im Bayerischen Rundfunk oder der Website "Lobbyplag.eu", betonte die Kommission.

Auch der Sport hat es in die Endausscheidung geschafft. Nominiert sind zwei Fußball-Websites und ein Dopingportal. Neben Berichten über Fußballspiele sei der Liveticker von "11Freunde" besonders unterhaltsam, hieß es. Unter den Plattformen zur Bürgerbeteiligung ragt aus Kommissionssicht "Politnetz" wegen seiner Kombination aus nützlichen Informationskatalogen und Diskussionsmöglichkeiten heraus. Über Rechtsextremismus informiert "Publikative.org". Die endgültige Entscheidung, welches Internetangebot den begehrten Internetpreis für sich beanspruchen kann, fällt bei der Preisverleihung am 21. Juni.

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