Knipsen verboten!

Zwangspause für Googles Street View in Tschechien

Web
23.09.2010 16:18
Weil die Kameras bei seinen Street-View-Autos zu hoch angesetzt sind, darf Google nun auch in Tschechien vorerst keine Daten mehr für seinen Straßenbilderdienst sammeln. "Google bedient sich Methoden, die unangemessen in die Privatsphäre der Bürger eingreifen", erklärte die tschechische Datenschutzbehörde am Mittwoch. Dem Zwangsstopp waren die Beschwerden Dutzender Bürger vorhergegangen.

Neben einer Senkung der Kamerahöhe forderte Behördenchef Igor Nemec, dass Google zwischen Städten und Dörfern unterscheiden solle, da es in Dörfern keinen Sinn mache, detaillierte Informationen für Touristen zu sammeln. Ein weiterer Grund für das Verbot sei das Versäumnis von Google gewesen, dass es angesichts seines Sitzes außerhalb der EU keinen lokalen Beauftragten für persönliche Daten benannt habe.

Google selbst zeigt sich indes zuversichtlich: "Die Angelegenheit wird bald gelöst sein", erklärte der Konzern. Bis dahin werde man keine Daten sammeln. Laut tschechischer Datenschutzbehörde schließt das Verbot keine weiteren Verhandlungen aus. Auch stehe dem Projekt nichts entgegen, wenn die Kameras niedriger angesetzt würden, erklärte die Behörde.

"Zwangspause" auch in Österreich
In Österreichen ruhen Googles Kamera-Autos aufgrund einer durch die Datenschutzkommission verordneten "Zwangspause" bereits seit Ende Mai. Der Konzern musste die Fahrten einstellen, nachdem bekannt geworden war, dass bei den Aufnahmen auch persönliche Daten von Internetnutzern aus unverschlüsselten WLAN- Netzwerken aufgezeichnet worden waren. Ob, und wenn ja, wann und unter welchen Bedingungen die Fahrten wieder aufgenommen werden können, ist noch unklar.

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