Die Gespräche steckten in einer Sackgasse, berichteten US-Medien am Dienstag übereinstimmend unter Berufung auf eingeweihte Personen. Yahoo hatte mit Alibaba in China und der hinter Yahoo Japan steckenden Softbank ausgelotet, wie sich der Beteiligungsverkauf besonders steuersparend über die Bühne bringen lassen könnte.
Das bekannte Technologie-Blog "All Things Digital" taxierte den Wert der asiatischen Beteiligungen auf 17 Milliarden Dollar (12,9 Milliarden Euro). Durch eine geplante komplexe Transaktion habe Yahoo vier Milliarden Dollar an Steuern sparen wollen. Das Geld hätte Yahoo gut gebrauchen können: Zuletzt waren Umsatz und Gewinn geschrumpft. Haupteinnahmequelle bei Yahoo ist die Werbung. Besonders Facebook sichert sich aber immer größere Teile des Online-Werbemarktes.
Es habe mehrere Knackpunkte bei den Verhandlungen gegeben, schrieb die "New York Times". Unter anderem sei es um die zu zahlenden Strafgebühren gegangen, wenn ein ausgehandeltes Geschäft am Ende doch geplatzt wäre. Unklar ist, welche Rolle der erst seit Jahresbeginn amtierende Konzernchef Scott Thompson bei den Gesprächen spielte. Er ist der neue starke Mann im Unternehmen.
Führungsriege umgekrempelt
Die gesamte Führungsriege von Yahoo ist derzeit im Umbruch. Nachdem in den vergangenen Monaten schon die glücklose bisherige Firmenchefin Carol Bartz und Mitgründer Jerry Yang ihren Hut genommen hatten, gaben jüngst auch Verwaltungsratschef Roy Bostock und drei weitere Mitglieder des obersten Führungsgremiums ihren Rückzug bekannt.
Bartz wollte den einst als Internet-Katalog gestarteten Konzern zum Anbieter von Medieninhalten umbauen. Doch durchschlagende Erfolge blieben aus. Bei der Internetsuche verbündete sich Yahoo notgedrungen mit Microsoft. Ein Anteilsverkauf oder der Einstieg potenter Investoren sollen nun die Wende bringen. Die Diskussionen dauern aber schon Monate an.
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