Apples Icons „tanzen“ seit schier ewigen Zeiten, strukturierte (in manchen Applikationen auch transparente) Oberflächen bei Ordnern und Programmen sind für Mac- User ebenfalls nichts Neues, eine Desktopsuche Namens „Spotlight“ gibt es seit ungefähr einem Jahr, ebenso wie die kleinen Desktopprogramme Widgets (bei Microsoft: Gadgets), die sich bei Apple auf Knopfdruck einblenden lassen.
Hauseigene Programme zur Fotoverwaltung und zur Video- und DVD- Produktion gehören bei Apple schon seit mehr als drei Jahren zur Grundausstattung. Einzig beim Windows Media Center kam Apples Pendant FrontRow wenige Wochen danach. Während man für das MediaCenter aber zusätzliche Hardware (zum Beispiel eine TV- Karte, damit man überhaupt erst einmal eine Fernbedienung hat) benötigt, integrierte Apple FrontRow in die neuen Geräte und packte die Fernbedienung standardmäßig dazu. FrontRow lässt sich dafür im Gegensatz zur XP- Media- Center- Edition nicht nachrüsten.
Der langen Vergleiche kurzes Resümee: Es scheint so, als hätte Microsoft Vista einen Kuraufenthalt in der Nähe der Apple- Zentrale in Cupertino, Kalifornien gesponsert. Bestimmte Kleinigkeiten wie die Sache mit Widgets/Gadgets, können einfach kein Zufall sein.
Klar, Vista ist eine Weiterentwicklung von XP und den Bedürfnissen der Kundschaft angepasst. Und wenn diese mehr Multimedia- Features haben möchte, dann muss sie das in der einen oder anderen Form bekommen. Offiziell hat Apple bezüglich der auffälligeren Ähnlichkeiten noch keine Beschwerde angemeldet. Durch die Blume ist freilich viel Zynismus angekommen. In der amerikanischen Apple- Werbung heißt es zum Beispiel: „Sie werden den Kauf eines Vista- PCs nicht bereuen – aber mit einem Mac werden sie einfach mehr Spaß haben!“