Verschoben

Windows Vista kommt erst 2007

Digital
22.03.2006 17:11
Microsoft hat die Einführung des neuen Betriebssystems Windows Vista verschoben. Endverbraucher-Versionen werden frühestens im Jänner 2007 erhältlich sein. Und viele fragen sich schon jetzt: Zahlt es sich überhaupt aus, auf das neue Vista umzusteigen, wenn man nicht unbedingt die Neu-Anschaffung eines PCs plant?

Eigentlich wollte der Konzern sein Betriebssystem bis zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt bringen. Jetzt sollen bis zum eigentlich geplanten Auslieferungstermin Ende November nur einige Ausführungen für Geschäftskunden herausgebracht werden. 

Microsoft begründet die Verschiebung damit, dass die Sicherheit des Systems noch weiter verbessert werden solle. Auch werde noch an weiteren Funktionen für die Anwender gearbeitet.

Lohnt sich der Umstieg auf Windows Vista?
Ja und Nein. Also, jein. Wer einen Computer hat, der drei und mehr Jahre alt ist, kann sich die Idee ohnehin gleich von vornherein aus dem Kopf schlagen. Die Anforderungen, die Vista an einen PC stellt sind relativ hoch. Die Software-Vorteile und Benutzer-Annehmlichkeiten, die es mit sich bringt trotzdem erheblich. Hier je drei Gründe für Umstiegs-Willige und Umstiegs-Zögerer.

Erstes Argument PRO: Mehr Multimedia!
Mit Windows Vista kommt auch (spätestens dann) die elfte Version des Windows Media Player auf den Markt. Erste Tester berichten in ihren Blogs von „phänomenalen“ Eigenschaften. Aus dem schnöden Nur-Player soll eine alles könnende MP3-Bibliothek geworden sein, die weder abstürzt noch irgendwelche AV-Komprimierungsformate verneint. Zudem wird es in Vista auch eine Funktion Namens „Windows Photo Gallery“ geben, die die Archvierung, Betrachtung, Bearbeitung und schließlich auch das Ausdrucken von Schappschüssen und Fotos revolutionieren soll.

Erstes Argument CONTRA: Der Preis, Baby!
Einen (wünschenswert legalen) Wechsel von Windows XP zu Windows Vista zu absolvieren, das kann ins Geld gehen. Er steht zwar noch nicht endgültig fest, aber amerikanische Medien propagieren einen Verkaufspreis von 100 Dollar an aufwärts. Da Vista in verschiedenen Versionen - insgesamt sind es sechs Stück von der Basis bis zum MediaCenter-Äquivalent, dazu kommen noch Versionen ohne Mediaplayer, die Microsoft aufgrund einer EU-Norm anbieten muss - erscheinen wird, bedarf es zudem noch eines intensiven Studiums der Angebote. Die enthaltenen Zusatz-Applikationen vermehren sich mit jeder Vista-Variante und damit sollte man wirklich vorher wissen, was man braucht und was nicht.

Zweites Argument PRO: Internet Explorer 7!
Obwohl schon jetzt eine Beta-Version für XP veröffentlicht wurde und es auch die ganze Version des IE 7 für das „alte“ Betriebssystem geben wird: Das größere Safety-Potential und die endlich verfügbaren RSS-, Gadget- und Tab-Browsing-Funktionen kostet man erst unter Vista vollständig aus. Gerade die Gadgets – das sind kleine Programme à la Wetterkarte, Flughafenterminal-Info oder News-Feeds mit Live-Inhalten – werden nur unter Vista laufen und auch nur dort mit dem IE interagieren. Surfen mit Vista macht also definitiv mehr Spaß.

Zweites Argument CONTRA: Schneller PC mit XP, lahm mit Vista!
Windows Vista zehrt an Systemressourcen. Es verbraucht soviel Arbeitsspeicher, Prozessorleistung und Grafikpower wie vor ihm kein anderes Betriebssystem. Beispiel: Ein Rechner mit einem alten Pentium-Prozessor mit 1,6 GHz, 256 Megabyte RAM und 32 MB Grafikspeicher, und man wird die Sanduhr häufiger sehen als den Mauszeiger! Windows XP bringt man selbst auf einem 233-MHz-Rechner noch halbwegs zum Laufen. Ein grafisch voll ausgelegtes Vista wird bei Weitem nicht so rückwärts-kompatibel sein. Andererseits kann ein Aufrüsten in Sachen Arbeitsspeicher und Grafikkarte jedem PC ohnehin nur gut tun. Und beim einen oder anderen User kommt der Umstieg auf Vista vielleicht als gute Gelegenheit dafür.

Drittes Argument PRO: Neues Design, entspanntes Arbeiten!
Wie auch die Experten des amerikanischen Online-Magazins PC-World urteilten: Die Animationen, Designoberflächen und überhaupt die gesamte Optik von Vista schlagen selbst die Stil-Ikone aller Betriebssysteme, Apples Mac OSX. Ordnerfenster und Icons sind transparent, das gesamte Auftreten von Vista hat etwas vom entspannenden Ambiente eines modernen Glas-Palastes. Ein Detail: Fährt man mit dem Mauszeiger über ein in die Taskleiste minimiertes Programmfenster, so poppt darüber ein kleines Echtzeit-Preview auf. Man sieht sofort, was sich im jeweiligen Programm gerade abspielt – die Flash-Animationen einer Website oder wie der Film im minimierten DVD-Player weiterläuft.

Drittes Argument CONTRA: Umstieg = Erneute Lernphase
Wer beim Auto vom Automatik-Getriebe auf Handschaltung wechselt, muss sich viele Kenntnisse neu aneignen. Nicht ganz so krass ist es mit dem Windows-Turn, aber auf einen Vista-Umsteiger wartet definitiv ein neuerlicher Anlernprozess. Um mit Vista so wie mit XP zu arbeiten, bedarf es sicher keiner Einschulung. Wer die unzähligen neuen Möglichkeiten und Tricks bei Vista aber gewinnbringend ausnützen will, kommt nicht drum herum ein paar alte Erfahrungen zu verwerfen und sich neue Kenntnisse anzulernen.

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