Wenn Microsoft- Sprecher derzeit Fragen zur Sicherheit des neuen Betriebssystems beantworten müssen, sagen sie fast alle denselben Satz: „Wir haben den neuen Phishing- Filter im Internet Explorer 7, Windows Defender schützt Sie vor Spyware und bösen Trojanern, die Windows- Firewall wurde verbessert und es gibt weitaus weniger Sicherheitslücken in Vista, als das bei XP der Fall war.“ Manche schaffen das in einem Atemzug und setzen hinterher noch Dinge, wie „eigentlich gibt es gar keine Sicherheitslücken“ nach.
Die erste Sicherheitslücke, die seit dem Vista- Release entdeckt wurde, fand sich weder im Internet Explorer, noch in der Firewall und auch nicht im Windows Defender. Die neue Sprachsteuerungssoftware in Vista erlaubt es Angreifern, den PC über ein Hintertürchen unter ihre Kontrolle zu bringen. US- User schafften es, dem gehackten Vista- PC Sprachkommandos beizubringen und auf diese Weise Dateien zu löschen. Allerdings hat die Sache einen Haken: Beim PC müssen Lautsprecher und Mikrofon eingeschaltet und der Besitzer außer Hörweite sein, was eher selten der Fall sein wird.
Bis jetzt – und da kann Microsoft auf Holz klopfen – hat man in Vista noch keine gravierenden Sicherheitslücken entdeckt. Die Berichte über schwere Sicherheitslücken in XP sind in den letzten Monaten allerdings auch immer weniger geworden. In TechBlogs gehen die Meinungen auseinander. Viele User wollen das Vertrauen in XP, das sie über die Jahre nach dem Motto „Wenn schon so viele Lücken gestopft wurden, können eh nicht mehr viele da sein“ nicht an Vista weitergeben - zumal Internet Explorer 7 und Windows Defender auch für XP erhältlich sind. Andere wiederum sehen Vista als neues System, bei dem man aus den alten Fehlern gelernt hat.
Wo Vista - und diesmal nur Vista - aber auf jeden Fall punkten kann, ist bei Phishing und anderen Betrugsdingen. Webseiten, die bei Microsoft als potentiell schädlich gemeldet sind, werden von Internet- Explorer nicht angezeigt. Selbiges gilt für Links aus E- Mails oder via Instant Messenger. Der „Dummheit“ der User ist also vorgebeugt. Wie schnell das System bei gezielten Attacken nachgiebt, kann allerdings noch niemand sagen.