„Keine Windows- Version hatte so eine große Bedeutung wie Vista“, sagte Bill Gates bei der Präsentation von Vista am New Yorker Times Square. Elektronikfachmärkte auf der ganzen Welt wurden am Tag des offiziellen Consumer- Launches gestürmt, auch in den Online- Shops tat sich einiges. Der Werbe- Aufwand, den Microsoft für Vista betreibt, ist enorm. Microsoft verkündete stolz, seine „bisher größte Werbekampagne für ‚Wow’- Effekte in ganz Österreich“ gestartet zu haben.
Der TV- Spot für Vista läuft in sieben Varianten auf so ziemlich allen Fernsehsendern. Selbst im Kino wird man „Wow!“ nicht entrinnen können. In Wien zieren Hunderte Citylights die Bus- und Straßenbahnhaltestellen, 24 davon können auf Knopfdruck einen Satz (wahrscheinlich mit „Wow!“ drin) sagen. In der Kärntnerstraße hat man sogar ein „Interactive Window“ aufgebaut, das den Passanten Vista näherbringen soll.
Für die Kampagne hat Microsoft sogar die Österreichischen Bundesbahnen eingespannt. Wer sich von „Windows Vista“ nach Salzburg kutschieren lassen will, kann dies täglich um 16.10 ab Wien Westbahnhof tun. Hoffentlich ist der Zug nicht allzu oft verspätet.
Während man sich in Österreich noch über jenes Gerichtsurteil freut, dass uns OEM- Vistas für 180,- Euro in der Ultimate- Version beschert, konnten chinesische Vista- Kunden über einen Verkaufspreis von einem Euro jubeln. Allerdings nur für kurze Zeit: In China sind nämlich bereits am Tag der Veröffentlichung unzählige Raubkopien – und zwar täuschend echte – auf der Straße verkauft worden.
Knapp 10.000 Microsoft- Mitarbeiter haben über 50 Millionen Programmzeilen für Vista getippt. Laut Microsoft habe die Entwicklung sechs Milliarden Dollar verschlungen – amerikanische Fachmagazine berichten von zehn.
Christoph Andert