Trotz Kälte

So leben deine Akkus länger

Elektronik
21.12.2007 15:02
Die derzeit vorherrschende Kälte macht nicht nur uns Menschen zu schaffen. Auch die Akkus der mobilen Gerätschaften, wie Handy oder Laptop, leider unter den Extrembedingungen. Es gibt jedoch noch weitere Faktoren, die die Lebenszeit eines Akkus dramatisch verkürzen können. Mit ein bisschen Pflege ist das jedoch alles kein Problem. Krone.at verrät dir, worauf du achten musst, damit dein Akku nicht so schnell den Geist aufgibt.

Durch ständiges Auf- und Entladen des Akkus wird dieser ordentlich in Mitleidenschaft gezogen. Irgendwann ist die „Luft“ einfach raus und die Batterie versagt den Dienst. Ein neuer Akku muss also her. Und hier beginnt bereits das Problem: Die meisten Akkus, vor allem bei Notebooks, sind spezielle Anfertigungen, die meist nur direkt über den Hersteller bezogen werden können. 

Mit der Bestellung des neuen Akkus kommt auch gleich die nächste unliebsame Überraschung: Die wiederaufladbaren Batterien sind alles andere als billig und kosten schnell mehr als 200 Euro und aufwärts. Bei einem veralteten Gerät kann sich eine derart teure Neuanschaffung bereits nicht mehr lohnen.

Bekannte Schwachstelle
Trotz der rasanten technischen Weiterentwicklung bleiben Akkus nach wie vor eine Schwachstelle. Die Hersteller sind sich dessen durchaus bewusst. Dies wird unter anderem an den Garantielaufzeiten deutlich: Während einem Notebook in manchen Fällen bis zu 36 Monate Garantie gutgeschrieben werden, so fallen Handy- oder Notebook-Akkus meist unter die normale Garantie von sechs Monaten.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, dass teure Akkus nachbestellt oder Garantie-Ansprüche in Kauf genommen werden müssen, verraten wir ein paar einfache Tipps zur Akkupflege.

Regel Nummer 1: Akkus nicht halbvoll wieder aufladen
Der Feind eines jeden Akkus ist der so genannte Memory-Effekt - ein Kapazitätsverlust, der bei häufigen Teilentladungen auftritt. Obwohl dieser bei modernen Lithium-Ionen-Akkus nicht auftreten kann, weil diese Akkus immer wieder bei einem bestimmten Punkt aufgeladen werden, sollte man den Akku immer vollständig auf- oder entladen.

Der Grund: Schon mit der Auslieferung beginnt die „biologische“ Uhr des Akkus zu ticken. Lithium-Ionen-Akku können in der Regel 500 Mal aufgeladen werden – diese Anzahl inkludiert aber zum Teil auch unvollständige Ladevorgänge. Wer also schon nach der Hälfte wieder mit dem Aufladen des Akkus beginnt, der ruiniert seinen Akku auch doppelt so schnell.

Regel Nummer 2: Akku aus dem Gerät entfernen
Jede Akku-Zelle altert. Sie verliert also selbst dann Energie, wenn Handy, Notebook oder PDA nicht in Betrieb sind. Wird beispielsweise das Notebook aber ständig nur über das Netzkabel betrieben, dann werden diese alternden Akku-Zellen auch immer wieder aufgeladen. Ohne dass jedoch der Akku überhaupt genutzt wird, da das Notebook ja mit Strom aus der Steckdose versorgt wird. Daher sollten Akkus bei einem Netz-Betrieb aus dem Gerät entfernt werden.

Regel Nummer 3: Akku richtig lagern
Der aus dem Gerät entfernte Akku sollte aber nicht einfach in der nächstbesten Ecke zwischengelagert werden. Auch ein Akku hat ein Recht auf eine komfortable Unterbringung. Die Energie-Zellen sollten daher möglichst kühl und trocken gelagert werden. Zudem sollte der Akku zu gut dreiviertel geladen sein, damit es nicht so schnell zu einer Tiefentladung kommen kann. 

Schließlich kann bereits eine einzigste Tiefentladung zu irreparablen Schäden der wiederaufladbaren Batterie führen. Hierbei sinkt die Spannung des Akkus unter die untere Spannungsgrenze, bis zu welcher der Akku entladen werden darf. Und hat sich der erst Akku einmal komplett entladen, kann es sein, dass er sich gar nicht mehr aufladen lässt und ist somit defekt. In regelmäßigen Abständen sollte daher der Ladestand überprüft werden.

Regel Nummer 4: Auf die Betriebstemperatur achten
Ein Akku entlädt sich nicht nur beim Nichts-Tun, sondern klarerweise auch und vor allem beim Arbeiten. Gerade bei Notebooks kann sich neben den Ladezyklen auch die Betriebstemperatur auf die Haltbarkeit des Akkus auswirken. Besonders intensive Anwendungen, wie ein Computerspiel oder ein DVD-Film, beanspruchen das Notebook und treiben die Betriebstemperatur in die Höhe. 

Mit den Energiesparoptionen des Notebooks lässt sich dieses Problem teilweise umgehen, wer allerdings auf Strom fressendes Multimedia-Vergnügen nicht verzichten kann, der muss sich auch mit der Akku-Belastung arrangieren.

Regel Nummer 5: Das Refreshing-Tool benutzen
Jedes Notebook verfügt in der Regel über ein „Refreshing-Tool“, bei dem der Akku vollständig entladen und anschließend wieder aufgeladen wird. Nach einem weiteren Durchgang fühlt sich der Akku wie neugeboren. Bei älteren Geräten findet sich dieses Tool meist auf einer mitgelieferten Service-CD, bei neueren Notebooks steckt das Tool meist im BIOS, welches beim Hochfahren durch die „Entf“- oder „F2“-Taste aufgerufen werden kann. 

Genaue Infos bietet hier das jeweilige Handbuch. Sollte kein „Refreshing-Tool“ vorhanden sein, dann müssen die Stromspar-Einstellungen (Systemsteuerung – Energieoptionen) deaktiviert werden, um den Akku vollständig zu entladen.

Viele gemeinsame Stunden
Nach all diesen Tipps solltest du mit deinem Akku noch viele glückliche und gemeinsame Stunden verbringen können. Wer unbedingt auf Nummer sicher gehen möchte und unter keinen Umständen für kurze Zeit ohne seine mobilen Geräte auskommen kann, der kann sich auch einen Ersatz-Akku kaufen. Allerdings ist zu bedenken, dass sich der Zweit-Akku auch dann entlädt, wenn er nicht genutzt wird und somit garantiert schneller hinüber ist als ein „Kollege“ im Betrieb.

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