Im Unterschied zu einer richtigen Fernsehstation braucht’s für den „TV-Sender Internet“ kein professionelles Equipment und sündhaft teure Kameras. Eine Webcam, eine Digitalkamera, ein Handy sind ausreichend und Videos damit sogar weitaus unkomplizierter online zu bekommen.
Wer eine einfache Botschaft in den Äther sprechen will, nimmt heutzutage seine Digitalkamera, stellt sie aufs nächstbeste Regal und plappert drauf los. Videoclips von Fotokameras sind meistens kleine Dateien, die per se gar nicht für den Fernseher sondern nur für den PC und damit fürs Internet bestimmt sind. Für Handys gilt dasselbe.
Aber auch jedes andere Video von einer „echten“ Videokamera lässt sich fürs Internet aufbereiten. Im Prinzip müssen nur drei Dinge passen: Es muss das richtige Dateiformat aufweisen, die richte Länge und die richtige Dateigröße. Mit ein paar digitalen Helfern bekommst du einen Zehn-Minuten-Ausschnitt aus dem Urlaubsvideo genauso einfach ins Web, wie einen Zwanzig-Sekunden-Clip vom Handy.
Schritt 1: Video aufzeichnen und auf den PC laden
Egal welche Gerätschaften du benutzt, damit du deinen Clip ins Internet bekommst, muss das Video zuerst einmal auf deinen PC. Bei Handyvideos empfiehlt sich eine Übertragung per Bluetooth, das dein PC allerdings unterstützen muss. Clips von Digitalkameras werden üblicherweise per USB-Kabel an den PC transferiert. Bei vielen Digicams liegt eine Software bei, mit der das komfortabel erledigt werden kann.
Wenn du einen Clip von einer Videokamera auf den PC bekommen willst, der nur für das Internet bestimmt ist, achte gleich beim Einspielen darauf, dass du nicht unbedingt die höchste Qualitätsstufe deiner Software auswählst, da Videos fürs Web stark komprimiert werden müssen. Je weniger du verkleinern musst, desto schneller geht’s klarerweise.
Bei alten Videokameras, die über keine digitale Übertragungsmöglichkeit verfügen, helfen TV- bzw. Videokarten über deren Videoeingang man jede beliebige Quelle anschließen kann. Freeware wie „Capture Studio“ oder der Windows Movie Maker können Clips aus analogen Quellen aufzeichnen.
Ist das Video erstmal auf dem PC, geht’s bereits ans Eingemachte. Egal welche Quelle du benutzt, die Webvideos müssen am Ende ein bestimmtes Dateiformat erhalten. So genannte „Videohosts“ wie YouTube, Google Video oder das weniger bekannte Internet Archive können nicht jedes beliebige File verarbeiten, sondern verlangen bestimmte Voraussetzungen.
Schritt 2: Video fürs Web aufbereiten
Die gängigsten Webvideoformate sind .MPEG, .AVI oder .MOV. Wobei es auch hier Unterscheidungen gibt. DVDs sind auch im Mpeg-Format kodiert, allerdings mit weitaus größeren Datenvolumen als wir das für unser Webvideo wollen. YouTube setzt zum Beispiel eine maximale Dateigröße von 100 Megabyte voraus.
Als Faustregel und Kompromiss zwischen kleiner Dateigröße und akzeptabler Qualität gelten je nach Dateiformat folgende Werte: eine Bildgröße von mindestens 320 x 240 Pixel (empfehlenswert bei MPEG-2 Videos mit der Dateiendung .mpg) aber maximal 640x480 Pixel (möglich bei MPEG-4 Videos mit Dateiendungen, die häufig auf .avi oder .divx lauten), eine durchschnittliche Biterate von 300 Kilobyte pro Sekunde und mindestens 15 aber maximal 30 Frames (=Einzelbilder) pro Sekunde. Mit diesen Maßen bleibt der Clip auch für das Gros der User mit etwas langsamerem Breitband-Anschluss eine überwindbare Hürde.
Die meisten Videos von kompakten Digitalkameras entsprechen diesen Maßen. Überprüfen lässt sich das unter Windows XP mit einem rechten Mausklick auf die Datei, dann „Eigenschaften“, und in der Registerkarte „Dateiinfo“ auf „Erweitert“ klicken. Hat der Clip die richtige Größe und Länge (YouTube und Blogseiten mit Videoservice wie MySpace limitieren Clips auf 10 Minuten, Google Video setzt keine Limits) kannst du dich im Prinzip sofort bei einem Host registrieren und das Video uploaden.
Bei Videos von Handys muss bei fast allen Videohostern zuerst eine Formatumwandlung stattfinden. Handy-Vids sind in der Regel kleine Dateien, die in Sachen Qualität selten die unteren Grenzwerte der oben genannten Faustregeln erreichen. Weil man Handyvideos aber auch übers GSM-Netz verschicken können soll, benutzen sie ein eigenes Format, das sich 3GP nennt. Mit so genannten 3GP-to-AVI-Convertern, die sich zuhauf im Netz finden, wandelt man die Videos aber in Sekundenschnelle um.
Schritt 3: Kleine Rechtsprüfung
Bevor du ein Video ins Web stellst, solltest du dich unbedingt vergewissern, dass du kein Gesetz brichst bzw. die Persönlichkeitsrechte anderer Personen nicht verletzt. Inhalte von Fernsehstationen oder Filmen sind per se rechtlich geschützt und du kannst dir ganz schön die Finger dabei verbrennen, wenn du vorbehaltlos den zufällig aufgezeichneten Versprecher eines TV-Moderators oder die romantische Kuss-Szene aus einem Kinofilm, der gerade Free-TV-Premiere hatte, ins Web stellst.
Noch viel wichtiger ist es allerdings, nicht die Persönlichkeitsrechte anderer zu verletzen. Ein Videoclip der eine Person zeigt, der gerade etwas Peinliches passiert, die aber nicht sieht, dass sie gefilmt wird und das auch unter Garantie nicht wollen würde, ist unfair – auch wenn’s noch so witzig ist. Auch wer Prominente in privaten Situationen filmt, verletzt damit unter Umständen ihre Persönlichkeitsrechte – den Paris-Hilton-Porno hätt’s in Österreich nicht gegeben…
Schritt 4: Host suchen – fertig!
Video-Communitys gibt es wie Sand am Meer, natürlich ist YouTube die größte und auch bei Google sind’s nicht wenige. Das Internet Archive ist da wiederum seriöser – hier finden sich auch weniger Nonsense-Videos. Manche Hosts funktionieren zum Beispiel nur in Verbindung mit einem Blog: Wer Videos via Myspace ins Internet bekommen möchte, muss dort einen Blog haben und diesen auch entsprechend erstellen und mit Inhalten befüllen. Andererseits lassen sich die eigenen Videoclips hervorragend in einem Blog sammeln – und dafür muss man weder programmieren können, noch Geld bezahlen. Ob andere deine Clips kommentieren dürfen (YouTube) oder ob die Clips unkommentiert im Web stehen sollen (Google), musst du allerdings selbst entscheiden.
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