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Penis unerwünscht: Apple zensiert Wissensmagazin

08.02.2012, 10:18
Penis unerwünscht: Apple zensiert Wissensmagazin (Bild: Muy Interesante)
Foto: Muy Interesante
Seit Jahren wird Apple Zensur vorgeworfen, da sich das Unternehmen immer wieder einmischt, wenn Inhalte über iPad und iPhone verbreitet werden, die den hochgesteckten Moralvorstellungen der Firma widersprechen. Bisher verschwanden vor allem erotische Inhalte und Bildstrecken aus dem App Store - doch diesmal hat es ein Wissensmagazin aufgrund eines seriösen Themas erwischt. Das Wort "Penis" auf der Titelseite war zu viel für die selbst ernannten Moralwächter.

Das Cover der Februar- Ausgabe des spanischen Wissensmagazins "Muy Interesante" (Bild links) ist Apples Zensur zum Opfer gefallen. Auf der Ursprungsversion lautet der Titel "Wahrheiten und Mythen über den Penis".

Apple ließ die Macher daraufhin wissen, die Ausgabe werde in dieser Form nicht im App Store veröffentlicht. Das widerspreche den Richtlinien der Firma, denn das Magazin sei für jeden ab 12 Jahren im App Store erhältlich - und für diese Altersgruppe sei der Inhalt nicht geeignet. Den Herausgebern von "Muy Interesante" blieb schließlich nichts anderes übrig, als das Cover für den App Store zu ändern. Das nackte Model wurde nach unten gerückt und statt des verhängnisvollen "Penis"- Titels heißt es nun "Wahrheiten und Mythen über das überragende Glied" (Bild rechts).

"Verdorbene Sex- Moves" offenbar kein Problem

Dass Apple damit nicht nur erneut direkt in den Journalismus eingreift, sondern auch scheinheilig agiert, wird unter anderem von "Gizmodo"  scharf kritisiert, wo die Geschichte eine breite Öffentlichkeit erreichte. Demnach habe Apple gleichzeitig kein Problem damit gehabt, das Magazin "Cosmopolitan" ab 12 Jahren im App Store freizugeben. Darin unter anderem zu finden, wie schon das Cover verrät: "Dein anderer G- Punkt" und "50 verdorbene Sex- Moves".

Medien bereits mehrmals im Visier Apples

Apple hat schon mehrfach als Moralapostel für Unmut gesorgt. So wurde etwa eine Ausgabe des berühmten Werks "Ernst sein ist alles" von Oscar Wilde verbannt, da auf dem Cover zwei sich küssende Männer zu sehen waren. Auch im deutschsprachigen Raum mussten bereits mehrere Medien mit der restriktiven Politik Apples Bekanntschaft machen: Die "Bild"- Zeitung erscheint im App Store daher bereits in abgeänderter Form, eine Ausgabe des "Stern" wurde wegen einer Erotik- Bilderstrecke gelöscht.

bge
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