Niederländische Partei will DDoS- Angriffe legalisieren

25.06.2012, 10:45
Niederländische Partei will DDoS-Angriffe legalisieren (Bild: thinkstockphotos.de)
Foto: thinkstockphotos.de
Mit einem ungewöhnlichen Vorschlag macht derzeit die niederländische Oppositionspartei D66 von sich reden: Die Sozialliberalen fordern in einer entsprechenden Kampagne die Legalisierung sogenannter DDos- Attacken und wollen diese als demokratische Form des Protests im Grundrecht verankern - allerdings unter Auflagen.

Sogenannte "Distributed Denial of Service"- Angriffe, kurz DDoS, erfreuen sich vor allem bei Hacktivisten wie Anonymous großer Beliebtheit, sind sie doch ein recht einfaches Mittel, um Websites bzw. deren Server lahmzulegen. Dafür werden diese mit Anfragen überhäuft, bis sie wegen Überlastung nur noch langsam funktionieren oder ganz zusammenbrechen.

Was für die einen ein Verbrechen ist, stellt für Kees Verhoeven von der niederländischen Oppositionspartei D66  eine digitale Demonstrationsmöglichkeit dar. Verhoeven und seine Parteigenossen sprechen sich daher laut einem Bericht der Website "RT"  für die Legalisierung solcher DDoS- Attacken aus.

Ausweitung des Demonstrationsrechts auf das Internet

Für Verhoeven sei es verwunderlich, dass ein so fundamentales Recht wie das auf Demonstrationen bislang nicht auf das Internet ausgeweitet worden sei, heißt es in dem Bericht. Da die Zahl der Hacktivismus- Fälle in den kommenden Jahren steigen werde, wäre es vernünftig, darauf mit klaren Regeln und nicht mit Verboten zu reagieren.

Angriffe müssen vorher angekündigt sein

Eine dieser Regeln besagt demnach, dass die DDoS- Angriffe – wie bei Demonstrationen auf der Straße auch – im Vorfeld angekündigt sein müssen, damit sich die Betreiber von Websites darauf vorbereiten können. Unangekündigte Angriffe, die eindeutig kriminelle Absichten verfolgen, sollen indes weiterhin illegal bleiben.

Wer haftet für Schäden durch Ausfälle?

Offen bleibt vorerst allerdings, wer für die Kosten aufkommen soll, die durch einen solchen DDoS- Ausfall entstehen. Wie RT unter Berufung auf eine Studie von NeuStar UltraDNS berichtet, könnte ein einzelner DDoS- Angriff im Jahr Schäden zwischen 10.000 und 20.500 Dollar (umgerechnet rund 8.000 bis 16.000 Euro) verursachen – abhängig davon, wie stark das jeweilige Unternehmen auf seine Web- Angebote angewiesen sei.

ser
Drucken
Werbung
0
Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings, bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Kommentar schreiben
500 Zeichen frei.
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2013 krone.at | Impressum