Hilda Knott aus England wird im Februar 86 Jahre alt, verhält sich aber alles andere als ihrem Alter entsprechend. In ihrer Freizeit tut die betagte Dame nämlich nichts lieber, als auf ihrer PlayStation 3 eine Runde "GTA IV" zu spielen, berichtet die britische TV-Anstalt BBC in einem Video. Sie liebe es, "im Spiel etwas Neues zu entdecken", sagt Knott. Den nächsten Level oder das nächste Ereignis zu erreichen und die Genugtuung zu haben, es geschafft zu haben, das sei ihr Antrieb.
Praktischer Nebeneffekt: Games halten das Hirn jung
Ein angenehmer Nebeneffekt ihres Hobbys sei, dass es das Gehirn trainiere. "Es hält mich mental aktiv", freut sich die Dame im Video. Und auch die Binsenweisheit, Videospieler seien einsame Menschen, wiederlegt Hilda Knott. Gelegentlich lade sie nämlich ihre 94-jährige Tante zu einer Partie "GTA VI" ein. "Wir hatten eine lustige Zeit", erzählt sie dem TV-Sender.
Tatsächlich beweisen Studien bereits seit längerer Zeit, dass die Nutzung neuer Technologien – und dazu zählen auch Computerspiele – geistig fit hält. Bei einer groß angelegten Untersuchung an australischen Senioren (siehe Infobox) wurde beispielsweise festgestellt, dass jene Probanden, die zumindest gelegentlich den Computer benutzen, ein erheblich verringertes Demenzrisiko aufweisen.
Betagter Chinese als "World of Warcraft"-Profi
Demnach dürfte auch jener 68-jährige Chinese, der laut einem Bericht der Website "The Next Web" sechs Charaktere im Online-Rollenspiel "World of Warcraft" auf das Maximal-Level gebracht hat, geistig nicht so schnell einrosten. Der Mann hat mehrere hundert Spielstunden in Blizzards MMO investiert und gibt an, bereits seit acht Jahren – gelegentlich auch mit seinem Enkel – am PC zu spielen.
100-Jährige schwört auf den Nintendo DS
Dass Videospiele das Gehirn fit halten, beweist auch der Fall einer hundertjährigen Frau aus Schottland. Kathleen Connell schwört im Gegensatz zu den anderen verspielten Senioren nicht auf Heimkonsole oder PC, sondern auf Nintendos tragbaren DS. Zu ihren Lieblingstiteln zählen Games wie "Scrabble" oder "Art Academy", also solche, bei denen Mitdenken gefragt ist.
Für Connell macht sich das Spielen auf dem Nintendo DS in Form eines fitten Geistes bezahlt. Stolz erzählt die 100-Jährige dem britischen "Telegraph", dass sie im Nintendo-Game "Dr. Kawashima's Gehirnjogging" ein geschätztes Gehirnalter von 64 Jahren erreicht habe. "Es ist absolut super, ich kann es nicht genug loben", freut sich die betagte Dame.
Senioren wie Kathleen Connell oder Hilda Knott beweisen: Videospiele sind nicht länger der Freizeitspaß schulpflichtiger Jugendlicher, sondern erfreuen sich heute quer durch alle Schichten und Altersgruppen zunehmender Beliebtheit. Die Tatsache, dass Spiele nicht mehr unbedingt nur auf Konsolen oder dem PC, sondern auch auf Tablets und Smartphones gespielt werden, dürfte diesen Trend sogar noch beschleunigen. Hilda Knott jedenfalls spielt in der Zeit, die sie nicht mit der PS3 vor ihrem 65-Zoll-Fernseher verbringt, auch gerne mal das eine oder andere Game auf dem iPad.
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